Aktuelle Informationen vom NABU Ravensburg


Bild: Markus Ehrlich - Rutenfest in Ravensburg
Bild: Markus Ehrlich - Rutenfest in Ravensburg

Liebe NABU-Ravensburg Freunde,

 

wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein unvergessliches Rutenfest 2017!

 

Außerdem gratulieren wir den Freunden der Räuberhöhle zum Erhalt der schönsten Kulturkneipe in Deutschland!

 

Viel Spaß und bis bald!

 

Ihr NABU Ravensburg Team


Baumpflanzaktion beim Asylbewerberheim – Naturschutzmaßnahme der anderen Art ist ein weiterer Erfolgsfaktor des „Grünkrauter Modells“

Foto: Maximilain Dechant - Bürgermeister Holger lehr (links) und der Rektor der Grundschule Grünkraut Hubert Müller in action! Die Kinder kontrollieren die Qualität des Pflanzloches :o))
Foto: Maximilain Dechant - Bürgermeister Holger lehr (links) und der Rektor der Grundschule Grünkraut Hubert Müller in action! Die Kinder kontrollieren die Qualität des Pflanzloches :o))

 

 

„Grünkraut – Dass die Gemeinde Grünkraut eine Vorreiterfunktion in Sachen Flüchtlingsintegration eingenommen hat wurde ja bereits mit dem Projektnamen „Grünkrauter Modell“ im oberschwäbischen Raum mehrfach beschrieben. Mit einer weiteren Einmaligkeit glänzte die Gemeinde erneut, gelang es ihr doch im Rahmen eines Naturschutzprojektes, die Bewohner des Asylbewerberheimes und die Schüler der Grundschule Grünkraut bei einer erfolgreichen Streuobstbaumpflanzaktion das wechselseitige Verständnis füreinander und für die Umwelt zu entwickeln – und das für die nächsten Monate und Jahre.

 

Die Integration von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft ist heute eine der dringendsten Aufgaben, nicht nur für den Staat und die Wirtschaft, sondern vor allem auch für die Zivilgesellschaft. Das schließt auch den Natur- und Umweltschutz ein.

Foto: Maximilian Dechant - 2. Vorsitzender des NABU Ravensburg Markus Ehrlich, Bürgermeister Holger Lehr  und Architekt Peter Angerhofer
Foto: Maximilian Dechant - 2. Vorsitzender des NABU Ravensburg Markus Ehrlich, Bürgermeister Holger Lehr und Architekt Peter Angerhofer

Mit diesem Bewusstsein im Hinterkopf und der Notwendigkeit die Gemeinde mit einer Naturschutzmaßnahme zu verschönern und aufzuwerten traten der Architekt des Grünkrauter Flüchtlingsheimes Peter Angerhofer und der Gemeindekämmerer Jürgen Fiesel an den Naturschutzbund NABU Ravensburg heran. Ein Plan der Außenanlagen war Basis für das erste Gespräch, welcher das neu bebaute Areal an der Liebenhoferstraße in das Ortsbild besser integrieren und abrunden sollte. Markus Ehrlich vom NABU Ravensburg erstellte eine Liste mit alten Hochstamm-Obstsorten, da der wichtige Lebensraum „Streuobstwiese“ in unserer Kulturlandschaft bedauerlicherweise mehr und mehr der industriellen Landwirtschaft weichen muss. Die Obstbäume wurden ausgewählt und bei einer Baumschule aus Bad Waldsee angefragt. Nur wer übernimmt  die Pflanzung der Obstbäume?  Kämmerer Jürgen Fiesel hatte die Idee, Kinder und Eltern in die Naturschutzmaßnahme zu integrieren und stellte den Kontakt zwischen dem NABU Ravensburg und dem Rektor der Grundschule, Herrn Hubert Müller her. Die Natur und Umwelt AG der Grundschule Grünkraut wurde von Rektor Müller aktiviert, und schnell wurde ein Pflanztermin Anfang April vereinbart. Das Organisationsteam der AG um Leonie Baier, Katrin Sonntag und Andrea Winkler mobilisierten die Kinder und zahlreiche Eltern zur Pflanzaktion und Spaten, Schaufel, Schubkarren und Gießkannen wurden vorbereitet. Auch die Bewohner des Flüchtlingsheims wurden zur Natur AG und NABU Pflanzaktion eingeladen und alle konnten es kaum noch erwarten. Sigor Geßler vom Bauhof Grünkraut stimmte mit Markus Ehrlich vom NABU am Vortag die Pflanzpositionen der Obstbäume ab, und beschaffte ein Wasserfass mit 1000 Litern zum angießen.

Foto: Maximilian Dechant - 22 Kinder aus der Natur und Umwelt AG der Grundschule Grünkraut hatten riesen Spaß beim Pflanzen von 20 einheimischen Streuobstbäumen
Foto: Maximilian Dechant - 22 Kinder aus der Natur und Umwelt AG der Grundschule Grünkraut hatten riesen Spaß beim Pflanzen von 20 einheimischen Streuobstbäumen

Endlich war der Tag gekommen und am Freitag den 7. April 2017 um 13:00 Uhr war es endlich soweit – die Baumpflanzung konnte beginnen. Der NABU Ravensburg kam mit acht aktiven Naturschützern, die unter Anleitung von Landschaftsgärtner Steffen Costabel die „Baumpflanzteams“ bestehend aus Eltern und Kindern betreuten. Markus Ehrlich erklärte den Kindern und Eltern kurz, dass die Streuobstbäume Nahrungsgrundlage für viele Insekten sind, und von denen sich wiederum viele Vögel und Säugetiere, unter anderem auch die vom Aussterben bedrohte Fledermaus ernähren. Bis zu 3000 Tier- und Pflanzenarten kommen im Biotop Streuobstwiese vor. Und nach der kurzen Erklärung waren die Natur-Schüler nicht mehr aufzuhalten. Steffen Costabel zeigte allen Teilnehmern, was bei einer Baumpflanzung zu beachten ist: Umgang mit dem Wurzelballen, die richtige Pflanzhöhe bestimmen, Anbringen eines Wühlmausverbissschutzes am Wurzelballen, und das Einbringen der speziellen Erdmischung sind Bedingung für ein erfolgreiches Anwachsen der Bäume. Nun wurden zwanzig Sträucher und Obstbäume wie die „Dechantsbirne“ oder die „Bühler Zwetschge“,  und sogar ein vom Architekten gestifteter Walnußbaum  an die Pflanzlöcher verteilt. Die Pflanzteams gingen mit dem eben erlernten Wissen Schritt für Schritt vor und sogar Schulrektor Hubert Müller und Bürgermeister Holger Lehr  legten vorbildlich aktiv Hand an. Auch die Bewohner des Flüchtlingsheimes waren begeistert dabei, und als der letzte Strauch gepflanzt war wurden die kleinen und großen Naturschützer mit selbstgemachtem Kaffee und Kuchen der Natur und Umwelt AG Eltern belohnt. Großer Spaß bereitete den Kindern das so wichtige Angießen. Denn schließlich hat man an so einem dicken Wasserfaß auch nicht jeden Tag Zugang. Als die letzte Kanne gezapft und an die Baumwurzel gegossen wurde spielten die Kinder in der neuen Grünkrauter Streuobstwiese noch „Verstecken“ und jeder freute sich über die Genugtuung, etwas für den Umweltschutz getan zu haben. Jeder der Teilnehmer erinnert sich beim Vorbeifahren heute noch an diesen schönen Nachmittag, welcher im Herbst bei der nächsten NABU Obstbaumschnittaktion in die zweite Runde geht – für alle Grünkrauter und Neu-Grünkrauter versteht sich.

Bild: Maximialn Dechant - Villa Obertor - Markus Ehrlich und Bürgermeister Holger Lehr
Foto: Maximilian Dechant - Markus Ehrlich überreicht Bürgermeister Holger Lehr eine Vogelimmobilie - die "Villa Obertor" wird zukünftig neuen Bewohnern im Schulgarten in Grünkraut ein Zuhause schenken!

Die Gräfin von Paris wächst beim Rahlenwald

Nachpflanzungen und Pflegeplan für Streuobstwiesen südlich der Weststadt

Ravensburg sz Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Erholungsraum für Ausflügler, Erfahrungsraum für Kinder: Die drei städtischen Streuobstwiesen rund um den Rahlenwald südlich der Ravensburger Weststadt haben vielfältige Funktionen. Seit Dezember füllen 60 junge Bäume die Lücken zwischen den mächtigen alten Hochstamm-Obstbäumen. Die Beteiligten der Pflanzaktion haben sich zu einem Blütenspaziergang getroffen.

 

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Stimmen Sie bis 2. Mai für eine bessere Agrarpolitik ab!

Aktion #LivingLand

Bild: NABU Ravensburg - industrielle Landwirtschaft
Bild: NABU - machen Sie mit bei der NABU Online Befragung!

Die industrielle Landwirtschaft ist die größte Bedrohung für unsere heimische Natur. Sie vernichtet den Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. Und sie gefährdet durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Wir haben jetzt die einmalige Chance, die hierfür verantwortliche EU-Agrarpolitik zu ändern!

Noch bis zum 2. Mai 2017 sind alle EU-Bürger aufgerufen, online an einer Befragung zur EU-Agrarpolitik (GAP) teilzunehmen. Diese Chance, die GAP im Sinne von Mensch und Natur zu reformieren, müssen wir nutzen! Deshalb bieten wir ab sofort eine Möglichkeit, sich auf einfache Weise für einen Wandel der Agrarpolitik auszusprechen. Auf www.NABU.de/abstimmen geben Sie Ihr JA für eine bessere Landwirtschaft.


Herbe Kritik an der Stadtpolitik Altstadtforum spricht von „Scheindemokratie“ in Ravensburg – Bürgerbeteiligung bestehe nur in der Theorie

Ravensburg sz Mit Sorge beobachtet das Bürgerforum Altstadt die jüngste Ravensburger Stadtentwicklung. In einem Brief an die Verwaltung und alle Stadträte stellt die Bürgergruppe ein „unkontrolliertes Fortschrittsdenken“ in Ravensburg fest – und das trotz Klimaverschlechterung, Luftschadstoffbelastung und „ungebremstem Flächenverbrauch“.

Kritik gibt es vonseiten des Altstadtforums am Umgang der Stadtverwaltung mit dem Beirat für Städtebau, einem Gemeinderatsausschuss, in dem die Forumsvorstände Dietmar Hawran und Volker Petzold selbst Mitglied sind. „Man hat den Eindruck, der Beirat sei ein ungeliebtes Kind, das nur abgespeist wird.“ Entweder die Sitzungen würden ausfallen, oder aber, so Volker Petzold „wird dort die Fassadengestaltung an einem einzelnen Haus gesprochen, nicht aber über ganzheitliche städtebauliche Fragen“.

 

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Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern

Bild: Bruno Scheel - Gelbbauchunke - NABU Ravensburg
Foto: Bruno Scheeel - Gelbbauchunkenschutzprojekt in Bayern gestartet!

Berln - 24.01.2017

 

"Allen Unkenrufen zum Trotz" – der Name ist Programm für ein Projekt, das die Verbesserung der Lebensbedingungen der bundesweit stark gefährdeten Gelbbauchunke zum Ziel hat. Die Auftaktveranstaltung findet heute im oberbayerischen Freising statt. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt fast 495.000 Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Projekt fachlich.

Die Gelbbauchunke ist selbst in ihren Hauptverbreitungsgebieten in Bayern gefährdet. Das Projekt "Allen Unkenrufen zum Trotz" beinhaltet für alle bayerischen Kernareale der Unke verschiedene Maßnahmen zum Schutz der kleinen Froschlurche. Dazu gehört unter anderem das Schaffen von neuen Verbreitungskorridoren, um der zunehmenden Isolation der Tiere entgegen zu wirken. Zudem wird das Angebot an Laichplätzen durch das regelmäßige Anlegen neuer Kleingewässer als kurzzeitige Lebensräume erhöht. Ein wesentlicher .

Projektbestandteil ist dabei die Kooperation mit den Beteiligten aus Land- und Forstwirtschaft.

 

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier:

 

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Schwäbische Zeitung Ausgabe 20.01.2017

Niedergang der Vogelwelt

Den Tieren fehlt es an Lebensraum und Nahrung – Ein Forscher vom Bodensee kämpft gegen ihr Aussterben
 Am Weiher in Billafingen beobachtet Vogelexperte Peter Berthold seine Piepmätze. Um einen Vogel zu bestimmen, lauscht er vor allem ihren Rufen.

Miserable Lage in Deutschland

 

Besonders hart hat es etwa das Auer- sowie das Rebhuhn getroffen. Während es vor 200 Jahren noch zehn Millionen Rebhühner in Deutschland gab, leben heute noch gerade mal 28000 hierzulande. „Demnächst sind die weg“, sagt Berthold. Nur im fernen Osten sei das Vogelsterben noch weiter fortgeschritten, als in Europa und Nordamerika. Innerhalb Europas sei die Lage nur in Belgien miserabler als in Deutschland.

 

Ein kleiner Flecken in Billafingen leistet dem Vogelsterben Widerstand: 2005 wurde in Sichtweite des Ortes der Heinz-Sielmann-Weiher für die Vögel eröffnet. Seitdem nehmen die Vogelarten in dem Feuchtgebiet wieder zu. Berthold hat das Projekt initiiert. Seit 1981 war er Professor an der Universität Konstanz, 15 Jahre lang hat er die Vogelwarte Radolfzell geleitet. Seit seiner Emeritierung ist er noch öfter draußen und engagiert sich für einen Biotopverbund am Bodensee. Für seine „Piepmätze“, wie der 77-Jährige mit dem langen weißen Bart die Vögel liebevoll nennt, setzt er sich schon seit seiner Jugend ein.

 

In den vergangenen Wochen ist vielen Menschen im Land aufgefallen, dass es weniger Vögel in Parks und Gärten gibt. Die Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ hat laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) den Vogelmangel bestätigt. Besonders schlecht, so Berthold, geht es allerdings Vögeln, die in der offenen Landschaft leben. Denjenigen, die im Winter ziehen müssen, gehe es noch miserabler. Regionale Unterschiede gebe es kaum. Die Ursachen des Vogelsterbens tun überall ihre Wirkung und sie sind menschengemacht.

Veränderte Landschaft

 

Der Hauptfaktor sei die Intensivierung der Landwirtschaft, die mit dem Aufschwung in den 1960er-Jahren begonnen habe. Große Felder lassen seitdem keinen Platz mehr für Hecken und Kräuter – die Landwirtschaft zerstört und zerschneidet den Lebensraum der Vögel. Berthold ist mehr Realist denn Idealist. „Eine Renaturierung der Landschaft ist nicht mehr möglich“, sagt er. Es sei utopisch zu glauben, man könne den Zustand von 1950 wieder erreichen. Heutzutage sei es kein Witz, wenn man sage, man müsse in Städte gehen, um Vögel zu hören. „In Berlin gibt es eine größere Vielfalt an Pflanzen und Vögeln als im brandenburgischen Umland.“ In Stuttgart sei das ähnlich.

 

Zum Vogelsterben trage die moderne Landwirtschaft auch bei, indem sie Insekten durch den massenweisen Einsatz von Pestiziden vernichtet. Die Zahl der Insekten habe allein in den vergangenen 30 Jahren um 80 Prozent abgenommen, sagt Berthold. Während sich Autofahrer freuen, dass weniger Insekten auf der Windschutzscheibe kleben, fehlt den Vögeln so ihre Nahrungsgrundlage. Auch die Obstplantagen am Bodensee würden, weil dort viel gespritzt werde, zum Vogelsterben beitragen.

 

Zugvögel werden im Süden dazu noch bejagt. „In Ägypten wurden in den letzten zehn Jahren 800 Kilometer lange Fangnetze errichtet“, sagt Berthold. „30 Millionen Vögel werden jedes Jahr im Mittelmeerraum gejagt.“ Sie würden gegessen oder nur zum Spaß getötet. Zusätzlich können Zugvögel Krankheiten über weite Distanzen verbreiten und auch nach Deutschland bringen: So sterben hierzulande im Spätsommer stets Amseln am Usutu-Erreger, der aus Südafrika stammt.

Vögel finden keine Ruhe mehr

 

In Deutschland hat sich nicht nur die Landwirtschaft ausgebreitet und den Vögeln so Platz zum Leben und Brüten genommen. „Die Leute laufen überall rein, das ist hanebüchen“, sagt Berthold, dem aber selten Ärger anzumerken ist. Der Mäusebussard etwa finde kaum noch einen Platz, wo er stundenlang sitzen und auf eine Maus warten könne. „Bis zum Abend wird er 15-mal aufgejagt – durch Spaziergänger, einen Hund oder Autos“, sagt Berthold. Im Winter koste das den Bussard zu viel Energie und er sterbe. Den Waldvögeln gehe es etwas besser. Das Baumsterben könne für sie sogar ein Vorteil sein, weil Totholz den Vögeln neue Plätze biete.

 

Kritisch sieht Berthold allerdings die Bewirtschaftung der Wälder. Alte Bäume würden zu schnell gefällt, wodurch wiederum Lebensraum, etwa für Eulen, verloren ginge. Problematisch sei auch der Rückgang von Streuobstwiesen. Jedes Jahr gebe es Verluste, weil die Bäume alt würden.

 

Und dann gebe es da noch den Klimawandel: Tiere und Pflanzen würden dadurch in den kommenden 50 Jahren um 60 Prozent zurückgehen. Bei den Vögeln komme es durch die Temperaturveränderungen hin und wieder zum sogenannten Mismatch: Zurückgekehrte Zugvögel verpassen dabei ihre Futterquelle – weil die Raupen sich mittlerweile schneller und früher an jungen Blättern rund fressen.

Viel Regen im Frühjahr

 

Der Klimawandel hat sich laut Stefan Bosch vom Nabu womöglich auch in den Ergebnissen der großen Zählaktion vom Januar niedergeschlagen. Demnach wurden deutschlandweit ein Drittel weniger Kohl- und Blaumeisen gezählt als im Vorjahr. Das könnte mit dem nasskalten Frühjahr zu tun haben, wodurch viele Vögel, die ihre Nester in Höhlungen bauen, ihre Jungen verloren hätten – weil diese unterkühlt und verhungert sind. Lange Regenperioden im Frühjahr seien in letzter Zeit keine Seltenheit. Gebe es in diesem Jahr wieder einen kalten Frühling, würden die Bestände der Vögel weiter abnehmen.

 

„Ey Alter, was ist ein Gartenrotschwanz?“ Peter Berthold ahmt nicht nur Vögel gerne nach. Er weiß, dass jüngere Generationen heute manche Arten gar nicht mehr kennen. Während der Gartenrotschwanz unter verlorenem Lebensraum leidet, profitiert der Kranich vom Mais, den der Mähdrescher zurücklässt, tummeln sich Rabenkrähen massenweise auf Müllbergen. „Dass es auch Vogelarten gibt, deren Bestand wächst, hat mit unserer Überflussgesellschaft zu tun“, sagt Berthold. Alles, was abgelaufen sei, lande im Müll oder auf dem Kompost. Egal ob Eier oder Kotletts – für manche Vögel gebe es Essen ohne Ende. „Wer die Nische nicht hat, dem geht es allerdings schlecht.“

 

Noch sieht der Vogelforscher kein Ende des Vogelsterbens. Physisch seien die Menschen noch zu wenig betroffen, als dass sie etwas ändern würden. In China müssten mittlerweile Pflanzen von Hand bestäubt werden, weil die Insekten fehlen. Doch welche Folgen hätte der weitgehende Wegfall der Vögel? „Für den Transport von Samen sind sie unverzichtbar“, erklärt Berthold. „Aber wen juckt es schon, wenn keine Heckenrose mehr wächst?“ Mehr Eindruck könnte die Vorstellung machen, dass die Schädlinge in der Landwirtschaft nicht mehr von Vögeln gejagt würden. Denn selbst wenn viele Insekten durch den Einsatz von Pestiziden sterben – ohne Vögel bekämen die Menschen in der Folge durch Schädlingsplagen noch immer Probleme und müssten Hunger leiden, ist sich Berthold sicher.

Parallelwelt aus Menschenhand

 

Aufgegeben hat der 77-Jährige seine Piepmätze noch nicht. Durch den Biotopverbund am Bodensee konnte seit 2004 eine Parallelwelt aus hundert nahegelegenen Oasen für die Tiere geschaffen werden. Ab Februar soll das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. „Jeder Gemeinde ihr Biotop“, heiße es dann. Zehn Bundesländer hätten ihre Unterstützung bereits zugesagt. „Ich halte es für möglich, dass wir den Artenrückgang noch stoppen können“, sagt Berthold selbstbewusst, während in dem Vogelparadies am Weiher ein Zaunkönig über das Schilf fliegt.

 

Das Zusammenspiel von Mensch und Natur nimmt der Forscher aus Billafingen mit Humor. Sich über alles aufzuregen, bringe nichts, sagt er. „Mit der Zeit kann man was Besseres machen.“ Ihm sei ja auch bewusst, dass der Schutz der Artenvielfalt eine Einschränkung und Rückbesinnung erfordere, was naturgemäß auf wenig Begeisterung stoße. Gleichzeitig nennt er es doch eine „Sauerei“, dass die Ökologie – auch bei Politikern – meist an letzter Stelle stehe. Der Forscher ist davon überzeugt, dass die Vögel länger als die Menschen überleben werden. Mit der Natur fühlt sich Berthold so verbunden, dass er beruhigend feststellen kann: „Wir brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns nicht.“


Meisenknödel selber herstellen - hier der Film von Julian


Die NABU Ravensburg Vogelsnack-Bar

Vogelfütterung im Winter - NABU Ravensburg
DIE NABU Übersicht mit wertvollen Tipps zur Winterlichen Vogelfütterung!

 

 

Eine artgerechte Winterfütterung hilft unseren heimischen Singvögeln und den Zugvögeln aus dem Norden,   den Winter besser zu überstehen.

 

 

 

 

Bei der Futterauswahl sollten Sie folgendes beachten:

 

 

 

Bitte nur  Futter vom Fachhandel verwenden (Details siehe Bild oder PDF)

 

 

Keinesfalls Speisereste oder salzhaltiges Fressen (z.B. Brotkrümel) füttern.

 

Gefrorenes Salz im Vogelmagen ist lebensgefährlich!

 

Spätestens, wenn der Boden gefroren ist, sollte man mit der Winterfütterung beginnen.

 

Vögel brauchen Zeit, eine neu eingerichtete Futterstelle zu entdecken. Daher sollte man bereits im Spätherbst mit dem Einrichten einer Futterstelle beginnen.

 

Sogenannte Futtersäulen oder Futtersilos sind meist deutlich hygienischer als die "klassischen“ Futterhäuschen. Bei den herkömmlichen Futterhäuschen befinden sich zahlreiche Vögel direkt auf dem Futter und bekoten dieses.

 

 

Im Gegensatz zu den bisherigen Futterhäuschen können die Vögel bei Futtersilos das Futter nicht mehr bekoten, so dass keine ansteckenden Krankheiten auf andere Vögel übertragen werden können.

 

 

Wer dennoch nicht auf ein herkömmliches Futterhäuschen verzichten möchte, sollte dieses möglichst täglich auskehren und dabei Kotreste und bekotetes Futter entfernen.

 

 

 

Futterauswahl:

 

Unsere zahlreichen Singvogelarten haben verschiedene Bedürfnisse bei der Futterauswahl.

So können beispielsweise Weichfresser mit harten Körnern nicht viel anfangen und umgekehrt.

 

Damit möglichst viele Vogelarten versorgt werden können, sollte eine gute Futterstelle folgendes Futterangebot umfassen:

 

Meisenknödel, Erdnussstangen, Futtermischungen mit Haferflocken, Sonnenblumenkörner,feine Sämereien (z.B. Hanf). Auch gehackte Walnüsse und gehackte Haselnüsse werden sehr gerne gefressen! Auch Rosine sind eine ideale Ergänzung. Äpfel werden von Amseln sehr gerne gefressen. Auch hier gilt weniger ist mehr und lieber zweimal am Tag nachfüttern, den gefrorene Äpfel sind für die Vögel nicht genießbar.

 

 

Wichtig:  Gefettetes Futter (z.B. gefettete Haferflocken) sind für Vögel besonders wichtig, weil dies ein wichtiger Energielieferant im Winter darstellt.

 

 

Gefettete Haferflocken frieren deutlich weniger als ungefettete.

 

Foto: Frank Derer - "Keine Würmer, dann werde ich Vegetarier!" - sagt sich der Amselhahn und macht sich über die Äpfel her.
Foto: Frank Derer - "Keine Würmer, dann werde ich Vegetarier!" - sagt sich der Amselhahn und macht sich über die Äpfel her.

Viele Vögel steigen um auf vegetarische Ernährung

Alle Vögel, die auch im Winter nicht auf Insekten, insbesondere fliegende Insekten als Hauptnahrung verzichten können, sind längst im Süden. Andere Arten, die ihre Jungen mit Insekten füttern, darunter alle Meisenarten und die meisten Finken, stellen für den Winter auf vegetarische Nahrung um. Vor allem die Samen von Bäumen sind dann ihre wichtigsten Nahrungsquellen.

So ernährt sich der Buchfink, wie sein Name bereits sagt, vor allem von Bucheckern – genauso wie sein naher Verwandter, der Bergfink aus dem Norden. Der Erlenzeisig bevorzugt Erlensamen, der Birkenzeisig Birkensamen – die Namen deuten bereits darauf hin. Selbiges gilt für den Fichtenkreuzschnabel, der das ganze Jahr über die Samen der Fichte aus den entsprechenden Zapfen klaubt. Auch der Eichelhäher bevorzugt die namensgebenden Früchte der Eiche. Der Kernbeißer dagegen lässt sich besonders häufig die Samen der Hainbuche schmecken, eher seltener – und nur im Sommer – diejenigen der Kirsche, wie man meinen könnte, da er oft Kirschkernbeißer genannt wird. Die verschiedenen Baumsamen sind für unsere Meisenarten die wichtigste Nahrung. Ihre Brutbestände im Folgejahr hängen hauptsächlich von der Intensität der winterlichen Samenmast in den Wäldern ab. Können die Samen direkt von den Bäumen gepflückt werden, sind diese Nahrungsquellen wetterunabhängig. Müssen sie jedochvom Boden aufgenommen werden, wie zum Beispiel Bucheckern, machen dicke Schneedecken und Eis das Angebot schnell unzugänglich.

Neben Bäumen tragen auch viele Wildkräuter noch im Winter Samen, die die Vögel nutzen können. Stieglitze lieben dabei besonders die Samenstände der distelartigen Wilden Karde, wo diese Pflanze auf ungenutzten Ruderalflächen oder Brachen wachsen kann. Kleinere Wildkräuter werden von hohem Schnee schnell verdeckt.


Auch einige Insektenfresser werden im Winter fündig

Die an der Futterstelle als „Weichfutterfresser“ bezeichneten Vögel, sind meist Arten, die normalerweise von Insekten und Würmern am Boden leben, oft Drosselvögel wie die Amsel oder das Rotkehlchen. Wann immer möglich suchen sie im Winter nach überwinternden Insekten am Boden und ergänzen ihre Nahrung gerne durch übriggebliebene Beeren und Äpfel. Sie sind meist Teilzieher; viele von ihnen ziehen im Winter in den Süden, auch wenn einige Artgenossen bei uns bleiben. Zu ihnen gesellt sich in manchen Jahren der Seidenschwanz aus dem hohen Norden. Er hält sich bei uns meist an Mistelbeeren oder Vogelbeeren als Winternahrung.

Angebot wird geringer im Verlauf des Winters

All diesen natürlichen Winternahrungsquellen ist eines gemein: Das Angebot schwindet im Verlauf des Winters. Die härteste Zeit ist der Spätwinter, wenn die meisten Samen und Früchte verbraucht sind und oft besonders hoher Schnee liegt. Entsprechend kann man dann, im Februar und Anfang März besonders viele Vögel an den Futterstellen beobachten. Auffällig ist dies bei den Erlenzeisigen: Hatten sie bisher kein Interesse an den Futterstellen gezeigt, fallen die kleinen gelben Vögel am Ende des Winters in Scharen ein. Die Erlen- und Birkensamen sind dann nicht mehr verfügbar. Um ihr Überleben zu sichern, verwandeln sich bei hartem Winterwetter selbst scheinbar harmlose Kohlmeisen in seltenen Fällen zu richtigen Räubern: Sie picken dann toten Mäusen oder anderen wehrlosen Opfern das phosphatreiche Gehirn heraus. In einem Fall wurde sogar dokumentiert, dass eine Kohlmeise einen kleineren Birkenzeisig dafür gezielt angegriffen hat.

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Übersicht NABU Tipps zur Winterfütterung
Liebe NABU-Ravensburg Freunde,

hier eine sehr schöne Übersicht mit Tipps und Tricks, was man bei der WIntervogelfütterung beachten sollte, und welcher Vogel welches Futter am liebsten verspeist!
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Bild: Mike Lane - fotolia - Stunde der Wintervögel 2017 - NABU Ravensburg
Foto: Mike Lane - fotolia / Die Stunde der Wintervögel 2017 startet am 06.01.2017!

Seit 2011 sind jedes Jahr am ersten Januar-Wochenende alle Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. 

Ziel der Aktion ist es, neben dem unvergesslichen Naturerlebnis für Jung und Alt, auch Häufigkeiten und Trends von Populationen der Vogelarten zu ermitteln.

 

Hier geht es zum Meldeformular: =>


Schmetterling des Jahres 2017 - Die Goldene Acht

24. November 2016 – Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht (Colias hyale) zusehends. Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. Das verändert auch die Welt der Falter zum Schlechten. Deutschlandweit gilt der Schmetterling des Jahres 2017 noch als ungefährdet, in einigen Bundesländern jedoch steht er bereits auf der Roten Liste als gefährdet

Bild: Maximilian Dechant - Schmetterling des Jahres 2017 - Die Goldene Acht (Colias hyale) - NABU Ravensburg
Foto: Maximilian Dechant - Schmetterling des Jahres 2017 - Die Goldene Acht (Colias hyale)

Die Falter sind von Mai bis Oktober zu beobachten. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken.

Die Goldene Acht ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück. Über das Jahr bringt die Art drei oder sogar vier Generationen hervor, die als Raupen überwintern. Dass der Falter auch unter vielen anderen Namen wie „Posthörnchen“, „Weißklee-Gelbling“, „Gelber Heufalter“, „Gemeiner Heufalter“ oder auch „Kleegelbling“ bekannt ist, deutet darauf hin, dass die Goldene Acht früher sehr häufig vorkam.

 

Als ausgewachsener Falter ist die Goldene Acht vom nahe verwandten Hufeisenklee-Gelbling kaum zu unterscheiden. Die beiden gelten als Zwillingsarten. Nur bei den älteren Raupen gelingt es, die Goldene Acht zweifelsfrei zu identifizieren: Während die Raupen des Hufeisenklee-Gelblings vier auffällige gelbe Längslinien mit schwarzen Flecken haben, sind bei den Raupen der „Goldenen Acht“ nur zwei dünne gelbliche Seitenlinien erkennbar. Auch andere Gelblinge wie etwa der Postillion sehen der Goldenen Acht sehr ähnlich.


Bild: B. Lungwitz - NABU Landesvertreterversammlung Stuttgart 2016 - Markt der Möglichkeiten - Uwe Prietzel, Olaf Tschimpke und Maximilian Dechant
Foto: B. Lungwitz - #4 - ein Haus bauen ... v-lks.n.r: Geschäftsführer NABU Baden-Württemberg Uwe Prietzel - Präsident NABU Deutschland Olaf Tschimpke - Nistkastendesigner und NABU Ravensburg Vorstand f. Öffentlichkeitsarbeit Maximilian Dechant

Der NABU Ravensburg stellt auf der Landesvertreterversammlung (LVV) des NABU Baden-Württemberg 2016 aus!

Mit der Kampagne - # Wir sind was wir tun -  #3 Ein Haus bauen setzt der NABU Ravensburg ein Zeichen im Rahmen der Sonder-Ausstellung "Markt der Möglichkeiten". Uwe Prietzel - Geschäftsführer des NABU-Baden-Württemberg (links) aktivierte den Präsidenten des NABU Deutschland Olaf Tschimpke (mitte) zum "Hausbau". Der NABU Ravensburg Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit Maximilian Dechant überreichte den von ihm entwickelten Bausatz der Singvogelnisthilfe "Villa Obertor", und bastelte diesen zusammen mit Olaf Tschimke in wenigen Minuten zusammen. Die Besonderheit ist, dass das Obertor in Ravensburg seit vielen Jahren die Heimat von zahlreichen Nisthilfen ist (u.a. Dohle, Turmfalke und Waldkauz) und somit als Vorlage ist für diese neue Singvogel-Nisthilfe diente. Diese neue Behausung wird hoffentlich bald einer Vogelfamilie in Berlin ein neues Zuhause schenken. Wohnraum Made im "Schwabenländle"! - den wir sind was wir tun!

 

Wer noch ein Geschenk sucht, der kann die neue Nisthilfe schnell und einfach hier bestellen! >>


Natur & Landschaft

Landwirtschaft Aktuelles NABU-Studie zur Agrarpolitik – warum?

Was ist die Kernaussage der NABU-Studie – was muss sich ändern, damit die Landwirtschaft nachhaltig und zukunftsfähig wird?

Wie Landwirtinnen und Landwirte arbeiten, hat großen Einfluss auf die Artenvielfalt, den Boden, das Grundwasser, die produzierten Lebensmittel, die Tiergesundheit und Vieles mehr. All diesen „Nebenwirkungen“ muss endlich mehr Gewicht gegeben werden. Die Förderung der Landwirtschaft, die aus Steuergeldern finanziert wird, muss sich an den Leistungen für die Gesellschaft orientieren. Sonst werden Steuerzahlerinnen und Steuerzahler doppelt zur Kasse gebeten: einmal für die eigentliche Agrarförderung und dann nochmal, um die Schäden in der Umwelt zu reparieren. Erst wenn die EU die Agrarförderung so reformiert, dass sie keine Schäden, sondern Positives bewirkt, wird die gesamte Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung steuern. Viele erfolgreiche Vermarktungsinitiativen zeigen bereits heute, dass das geht. Nachhaltiges und ganzheitliches Wirtschaften ist auch in der Landwirtschaft möglich!

Bild: Helge May - Silomaisernte - NABU Ravensburg
Foto: Helge May - Silomaisernte

Das vom NABU vorgeschlagene Modell gleicht einer Revolution der Agrarförderung. Was steckt dahinter?

Die derzeitige Agrarförderung basiert auf zwei unterschiedlichen Säulen: erstens Direktzahlungen an die Landwirte und zweitens Fördergelder für Maßnahmen zur Entwicklung der Ländlichen Räume. Diese Maßnahmen der zweiten Säule umfassen zum Beispiel die nach der Landschaftspflegerichtlinie und dem Förderprogramm FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl). Die Direktzahlungen der ersten Säule erhält fast jeder Landwirt, weil nur sehr geringe Anforderungen daran geknüpft sind. Diese verbergen sich hinter den Begriffen Cross Compliance und Greening. Die Direktzahlungen werden von Landwirten oftmals als die Fördergelder angesehen, die ihnen „zustehen“ – klar, denn bislang gibt es sie fast ohne Auflagen. Wir empfehlen, die Fördergelder der ersten und zweiten Säule zusammenzunehmen und damit diejenigen Flächenbewirtschafter zu unterstützen, die klar definierte Anforderungen der Gesellschaft erfüllen, etwa beim Boden-, Natur- und Grundwasserschutz. Dabei ist das betriebswirtschaftlich durchgerechnete NABU-Modell nicht teurer als die bisherige Agrarförderung, die Steuergelder werden nur anders verteilt. Das Modell ist somit eine strukturelle Revolution – und eine echte Revolution für die Umwelt.

Was meint der NABU, wenn er die derzeitige Förderung nach dem „Gießkannenprinzip“ kritisiert?

Die Anforderungen, auf denen die Direktzahlungen der ersten Säule basieren, entstammen zum größten Teil der guten landwirtschaftlichen Praxis und – bereits verpflichtenden – gesetzlichen Regelungen. Sie müssen also größtenteils sowieso eingehalten werden. Und vom Greening sind viele Betriebe ausgenommen. Deshalb sprechen wir bei den Direktzahlungen vom „Gießkannenprinzip“. Denn es fehlt eindeutig die Erfüllung gesellschaftlicher Forderungen. Auswirkungen auf Wasser oder Klima – im Prinzip auf die gesamte Umwelt – werden kaum berücksichtigt. Zudem ist das bisherige System sehr teuer und ineffizient: Zum Beispiel haben die sogenannten „Ökologischen Vorrangflächen“ (ÖVF) leider oft nur einen sehr geringen ökologischen Nutzen – und das bei immensen Kosten: Der Landwirt eines 100 Hektar-Ackerbaubetriebes erhält für fünf Hektar ÖVF 1.740 Euro Förderung pro Hektar. Mit diesem Geld lässt sich mit einem überarbeiteten Förderprogramm weitaus mehr für die Umwelt erreichen.

Bild: Ch. Buchen NABU / Weizenfeld / NABU Ravenmsburg
Foto: Ch. Buchen NABU / Weizenfeld

Welche Folgen hat die derzeitige Agrarförderung für jede und jeden Einzelne/-n von uns?

Trotz Greening und Ökologischen Vorrangflächen ist die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft stark zurückgegangen. Hier muss mehr passieren ¬– das können wir überall in der Landschaft sehen. Zudem erhalten aktuell beispielsweise auch tierhaltende Großbetriebe Fördergelder, die sehr große Mengen stickstoffhaltiger Dünger ausbringen – mit negativen Einflüssen für unser Grund- und Trinkwasser. Hinzu kommt: Es gibt zu wenige Regularien zum Einsatz von Pestiziden. So ist es zum Beispiel auf Ökologischen Vorrangflächen erlaubt, giftige Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Warum beschäftigt sich der NABU jetzt damit - die aktuelle Förderperiode läuft ja noch bis 2020?

Die Erfahrung zeigt, dass es ein aufwändiger und langwieriger Prozess ist, bis die Richtlinien für die Agrarpolitik stehen. Nicht nur der NABU macht sich bereits jetzt Gedanken dazu, auch andere Verbände und die Politik im Land, im Bund und in der EU beschäftigen sich schon intensiv damit, wie die Agrarpolitik ab 2021 aussehen kann. Uns ist es wichtig, zu einem frühen Zeitpunkt mit einem fundierten Konzept und konstruktiven Vorschlägen in die Diskussion zu gehen.

Erläuterungen:

 

Cross Compliance:
Landwirtinnen und Landwirte, die Direktzahlungen aus der ersten Säule und Fördergelder einiger Programme aus der zweiten Säule (z. B. Landschaftspflegerichtlinie) erhalten, müssen vorgeschriebene Standards einhalten. Die Einhaltung wird kontrolliert. Verstöße dagegen werden mit Sanktionen geahndet.
Der Begriff „Cross Compliance“ umfasst diese einzuhaltenden Vorschriften, diese sind:

  • „sieben Standards zur Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand und

  • 13 Regelungen zu den Grundanforderungen an die Betriebsführung, diese Fachrechts-Regelungen bestehen auch unabhängig von Cross Compliance“

(Zitat aus der Broschüre „Erläuterungen und Ausfüllhinweise zum Gemeinsamen Antrag 2016“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, MLR)
Es werden somit Auflagen für den Erhalt der Direktzahlungen formuliert, die Landwirte/Landwirtinnen aufgrund geltenden Rechts bereits einhalten müssen.


Greening bzw. Greening-Prämie:
Bei der letzten Agrarreform wurde ein Teil der bisherigen Direktzahlungen an zusätzliche Bedingungen geknüpft, seit 2014 (Umsetzung 2015) ist ein Drittel der Direktzahlungen als „Greening-Prämie“ definiert. Wenn sie Direktzahlungen beantragen, müssen viele Landwirtinnen/Landwirte diese Anforderungen einhalten (Ökolandbaubetriebe sind ausgenommen). Wie bei den Cross Compliance-Regelungen werden diese Auflagen kontrolliert und die Nichteinhaltung führt zu Sanktionen.
Die Greening-Auflagen umfassen:

  • die Vorgabe, dass Ackerbaubetriebe ab 10 Hektar Acker verschiedene Kulturpflanzen anbauen müssen („Anbaudiversifizierung“)

 

  • ein Verbot (mit nur sehr wenigen Ausnahmen) der Umwandlung von Grünland in eine andere Nutzung,

 

  • die Vorgabe, dass landwirtschaftliche Betriebe über 15 Hektar Ackerfläche fünf Prozent davon als „Ökologische Vorrangflächen“ (ÖVF) definieren müssen.



Ökologische Vorrangflächen (ÖVF):
Als „Ökologische Vorrangflächen“ (ÖVF) gelten: Brache (Stilllegung), Zwischenfrüchte, Untersaat mit Gras, Leguminosenanbau, Puffer- bzw. Randstreifen an Waldrändern und Fließgewässern, Kurzumtriebsplantagen, Aufforstungen und Landschaftselemente.
ÖVF sind eine von drei Bedingungen für die Greening-Prämie, die wiederum automatisch mit beantragt wird, wenn Landwirtinne/Landwirte Direktzahlungen der ersten Säule beantragen. Welche Einzelmaßnahmen sie umsetzen, ist den Bewirtschaftenden überlassen.
Ausgenommen sind Ackerbaubetriebe mit weniger als 15 Hektar Ackerfläche, Ökolandbaubetriebe, Betriebe mit Sonder- bzw. Dauerkulturen und Grünlandbetriebe.


 

Geflügelpest bei Wildvögeln am Bodensee

 

Vogelgrippe H5N8 wieder in Deutschland

 

 

Nach zweijähriger Pause tritt seit November 2016 wieder die Vogelgrippe H5N8 in Deutschland auf. Der NABU fordert dringend nach den Quellen der Viren in der Geflügelwirtschaft zu suchen und diese auszuschalten, da sie eine Gefahr für Wildvögel sind.

 

Reiherenten-Sterben am Großen Plöner See - Foto: Carsten Pusch

Reiherenten-Sterben am Großen Plöner See - Foto: Carsten Pusch

 

Unter Wildvögeln am Bodensee wurden Fälle von Geflügelpest bestätigt. Das hoch pathogene Influenzavirus H5N8 ist zwar nach gegenwärtigem Kenntnisstand für die menschliche Gesundheit nicht gefährlich, bei verschiedenen wildlebenden Vogelarten und Nutzgeflügel verläuft eine Infektion jedoch oft tödlich.

Es wird derzeit untersucht, woher das Virus stammt. Fest steht, dass aktuell neben den Todesfällen bei Reiherenten und anderen Wasservogelarten am Bodensee auch auf der Plöner Seenplatte in Schleswig-Holstein sowie in Ungarn und Polen Fälle von Geflügelpest nachgewiesen worden sind.

Auch wenn eine Verbreitung des Virus durch Wildvögel nicht auszuschließen ist, spielen mit hoher Wahrscheinlichkeit Massenhaltungen von Geflügel und der Geflügelhandel eine wichtige Rolle. Wildvögel können sich durch Abfälle aus der Geflügelwirtschaft infizieren und dann das Virus regional ausbreiten. Der NABU betont deshalb die Verantwortung von Geflügelhaltungen, den Kontakt zwischen Wild- und Nutzvögeln zu unterbinden.

 

Verhaltenshinweise:

 

Auf Fütterung von Wasservögeln sollte verzichtet werden.


Um das Risiko auszuschließen, zur Verschleppung der Viren beizutragen, sollte man keine Vogelkadaver berühren oder einsammeln. Stattdessen ist es sinnvoll die zuständigen Veterinärämter zu informieren, damit tote Vögel eingesammelt werden.


Wer in Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren oder deren Kot kommt, sollte anschließend gründlich Hände waschen und die Schuhe säubern. Keinesfalls dürfen Geflügelhaltungen betreten werden.


Koordination im Vogelschwarm

 Vögel stoßen nie zusammen

 

Sie beobachten gerne Vögel und fragen sich, warum sie niemals zusammenstoßen? Weder im Schwarm beim Richtungswechsel noch, wenn sich zwei Vögel entgegenfliegen? Der NABU-Vogelexperte Dr. Stefan Bosch erklärt, wie es funktioniert.

Bild: Christoph Kasulke - Starenschwarm - NABU Ravensburg
Foto: Christoph Kasulke - Der Herbst ist da! Ein Starenschwarm beim Zug in den Süden ...

Viele Vogelarten wie Stare oder Watvögel fliegen in großen, dichten, tausende von Individuen umfassenden Schwärmen, die mitunter beeindruckend synchronisierte Flugmanöver zeigen. Die Schwarmbildung dient neben der Sammlung für den Vogelzug, die Nahrungssuche oder das gemeinsame Aufsuchen eines Schlafplatzes vor allem der Sicherheit, um etwa auf einen Angriff eines Beutegreifers (Wanderfalke, Sperber, Habicht) schnell und effektiv zu reagieren. Der Schwarm erfordert eine präzise Organisation um sich wie ein „Organismus“ zu bewegen. Auch wenn die Flugkoordination im Schwarm noch lange nicht vollständig verstanden ist, scheint es einige Prinzipien zu geben. Einen dauerhaft gleichen Anführer des Schwarmes, der die anderen kommandiert, gibt es nicht. Stattdessen werden häufig die Flugpositionen im Schwarm gewechselt.

Jedes Schwarmmitglied kann ein Flugmanöver initiieren, das dann wie eine Welle den gesamten Schwarm erfasst und durchläuft. Um unentschlossenes Verhalten gerade bei einer Greifvogelattacke zu vermeiden, folgen die Vögel eher Flugbewegungen, die zur Schwarmmitte gerichtet sind. Reaktionen bei solchen Flugmanövern breiten sich sehr schnell aus. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Nachbar zu Nachbar läuft in rund 15 Millisekunden und ist damit dreimal so schnell, wie wenn jeder Vogel individuell auf eine Flugänderung seines Nachbarn reagieren würde. Durch konzentriertes Beobachten von entfernteren Schwarmmitgliedern können Vögel beginnende Richtungsänderungen oder Flugmanöver erahnen, etwa so, wie Fußballfans eine das gesamte Stadion durchlaufende Aloa-Welle erkennen und deren Verlauf koordinieren.

Fazit:
Es sind also mehrere Faktoren, die zum unfallfreien Fliegen im dichten Schwarm beitragen: Angeborene, in der Evolution entwickelte Verhaltensweisen, Konzentration und Beobachtung anderer Schwarmmitglieder und sehr schnelle Reaktionszeiten bei Flugmanövern.

Text: Dr. Stefan Bosch


Foto: F. Hecker - Die Amselbestände leiden unter der Verbreitung des Usutu-Virus
Foto: F. Hecker - Die Amselbestände leiden unter der Verbreitung des Usutu-Virus

Erneuter Usutu Ausbruch

NABU bittet um Mithilfe zum Vogelschutz

Angesichts eines neuen Ausbruchs des südafrikanischen Usutu-Virus, dem in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Vögel zum Opfer gefallen sind, ruft der NABU zur Meldung toter Vögel auf.

23. September 2016 - „Mit Hilfe dieser Informationen gelingt es besser, die Ausbruchsregion einzugrenzen und die komplexen Zusammenhänge zwischen Witterung, Stechmücken und Vögeln besser zu verstehen“, sagt Vogelexperte Stefan Bosch vom NABU Baden-Württemberg. „Befallene Vögel wirken offensichtlich krank, werden apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage.“ Gut ein Viertel der Vögel, die in Deutschland seit dem ersten Auftreten 2011 nachweislich durch das Virus zu Tode gekommen sind, stammte aus Baden-Württemberg. „Insbesondere in den wärmebegünstigten Regionen entlang der Rheinebene ist unser Bundesland ein von dieser Infektion stark betroffenes Gebiet.“

Nach dem ersten massiven Ausbruch vor fünf Jahren gab es vor allem unter Amseln und Staren immer wieder vereinzelte durch Usutu-Viren bedingte Todesfälle. Grund für den aktuellen Ausbruch sind die heißen Wochen im August und Anfang September. Unter diesen fast tropischen Temperaturen hatten die Viren und ihre Überträger, die Stechmücken, beste Bedingungen, um sich zu vermehren. „Angesichts der klimatischen Verhältnisse der letzten Sommerwochen war zu erwarten, dass sich Stechmücken wie Viren stark vermehren und nun wieder bei Stichen Viren auf Vögel übertragen werden“, sagt Bosch. Wie Simulationen zeigen, werden Hitzesommer zukünftig immer wieder zu Ausbrüchen des Usutu-Virus führen und die Vogelbestände vor allem bei der Amsel mittelfristig negativ beeinflussen.

Seit Anfang September gehen beim NABU und bei den Forschungsinstituten vermehrt Meldungen von kranken und verstorbenen Vögeln ein. Erste Untersuchungsergebnisse aus dem Saarland bestätigen die Usutu-Infektionen. Vögel aus Baden-Württemberg werden derzeit im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg untersucht, Ergebnisse sind in den nächsten ein bis zwei Wochen zu erwarten.

Beim ersten Ausbruch 2011 war das „Dreiländereck“ Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz von einem Massensterben bei Amseln und anderen Vogelarten betroffen. Inzwischen hat sich das Verbreitungsgebiet der Viren weiter Richtung Nordwesten nach Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgeweitet. Beim jüngsten Ausbruch sind auch Vögel in angrenzenden Ländern wie Frankreich, Holland und Belgien betroffen. Obwohl Usutu in der Welt weit verbreitet ist, sind schwerwiegende Infektionen beim Menschen nur in Einzelfällen bekannt geworden. „Von toten Vögeln geht nach heutigem Wissensstand keine Gefahr aus, da die Erreger durch einen Insektenstich von Lebewesen zu Lebewesen übertragen werden“, erläutert der NABU-Vogelexperte.

Hinweise zur Mithilfe:
Erkrankte oder verendete Vögel können über ein Online-Formular unter
www.NABU.de/usutu-melden
gemeldet werden. Tote Tiere können zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg gesendet werden. Eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere steht online bereit unter www.NABU.de/usutu-melden.


Bild: Maria Stark - NABU Ravensburg
Bild: Maria Stark - Filmbericht von Maria Stark "Mein neues Leben!" zu sehen bei ARD Buffet am 24.08.2016 12:00 h bis 13:00 h

Liebe NABU-Ravensburg Freunde,

 

unsere Referentin des NABU Ravensburg Herbstvortrages Maria Stark (NABU Programm 07.10.2016 um 19:30 h Kornhaussaal RV http://www.nabu-ravensburg.de/termine-nabu-ravensburg/) wird morgen Mi. 24.08.2016 zwischen 12:00 und 13:00 Uhr einen sehenswerten Beitrag in der Sendung "ARD Buffet" zum Besten geben.

 

Alle die es zeitlich einrichten können sollten sich den Film nicht entgehen lassen!

 

Viel Freude beim Zuschauen

 

Euer NABU-Ravensburg Team

 

Weiter Infos zu Maria Stark unter:

 

http://www.naturnahe-gaerten.biz/

 

Bild: Maria Stark - NABU Ravensburg
Foto: ARD Buffet / Maria Stark

 

Für alle diejenigen, welche diese Sendung zeitlich nicht live miterleben konnten hier der link zur Mediathek:

 

http://www.ardmediathek.de/tv/ARD-Buffet/Maria-Stark-Ein-Leben-fuer-die-Natur/Das-Erste/Video?bcastId=428628&documentId=37318826

 

 

Bild: Maria Stark - NABU Ravensburg
Foto: Maria Stark - ARD Buffet

Hier gehts zum Artikel der Schwäbischen Zeitung:

Bild: Eberhard Menz

Naturschutzbund lädt zur Fledermaus-Nacht

Am Samstag, 27. August, können die Tiere auf dem Rahlenhof beobachtet werden
Der Naturschutzbund Ravensburg lädt zu einer Fledermausexkursion ein.
Der Naturschutzbund Ravensburg lädt zu einer Fledermausexkursion ein.  (Bild: Eberhard Menz)
 

Ravensburg sz (Schwäbische Zeitung Ravensburg)

 

Bereits zum dritten Mal veranstaltet die Kinder– und Jugendgruppe „NAJU Ravensburg“ am Samstag, 27.August, um 20 Uhr eine Fledermausnacht und lädt dazu alle Interessierten ein. Treffpunkt ist auf dem Rahlenhof, Rahlen 1 in Ravensburg. Die Fledermausexkursion führt Experte Markus Ehrlich vom Naturschutzbund Ravensburg (Nabu).

Alle Fledermausarten stehen in Deutschland unter Schutz. Im Spätsommer suchen die europäischen Fledermäuse nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen für die kalten Monate ausreichend Schutz bieten, daher kann man die Tiere an bestimmten Stellen nun besonders gut beobachten, teilt der Nabu in einer Ankündigung mit.

Immer weniger Fledermäuse

Mit einem Fledermausdetektor werden die Fledermausrufe an diesem Abend hörbach gemacht. „Leider haben die Bestände in den letzten Jahren stark abgenommen. Hauptursache für die Gefährdung der 25 heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen“, schreibt der Nabu weiter. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden laut Nabu zunehmend.

„Ritze und Fugen, die durch die Modernisierung von Fassaden und Dächern verloren gehen, sollten durch künstliche Ersatzquartiere an derselben Stelle ersetzt werden. So schreibt es auch das Bundesnaturschutzgesetz vor“, heißt es vom Nabu weiter. Bei dieser Führung erfahren die Teilnehmer unter anderem, was man zum Schutz dieser Tiere tun kann.

Weiterer Referent des Abends ist Rudolf Schick, der mit seinem Lichtturm Nachtfalter am Rahlenhof anlockt und die verschiedenen Arten bestimmen wird. Diese Schmetterlinge sind die Hauptnahrung der heimischen Fledermäuse. „Die Anzahl dieser Insekten verringert sich immer mehr in unseren Wäldern und Wiesen. Gründe sind monotone und ausgeräumte Wiesen- und Waldlandschaften“, wie der Nabu weiter mitteilt.

Exkursion ist kostenlos

Die Veranstaltung findet im Rahmen der internationalen „bat-night“ statt und wird etwa zwei bis zweieinhalb Stunden dauern. Die Exkursion ist für Kinder ab acht Jahren geeignet. Da die Teilnehmerplätze begrenzt sind, bittet die „Naju Ravensburg“ um Anmeldung per E-Mail unter: naju@nabu-ravensburg.de.

Die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt. Festes Schuhwerk und eine Taschenlampe sollte von den Teilnehmern mitgebracht werden. Der Vortrag ist kostenlos.

Weitere Informationen zum Nabu Ravensburg sowie Kontaktdaten gibt es unter www.nabu-ravensburg.de oder www.facebook.com/NABU.Ravensburg


Der Start des Vogelzugs

 

 

Mauersegler unterwegs nach Süden

 

 

Der Mauersegler leitet den Vogelzug ein. Der hiesige Sommergast ist einer der ersten Zuvögel, der Mitteleuropa in Richtung wärmere Gefilde verlässt.

 

Mauerseglerschwarm - Foto: Keta <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de target=_blank>(CC BY-SA 3.0) </a>

Mauerseglerschwarm - Foto: Keta (CC BY-SA 3.0)

04. August 2016 Derzeit sind nicht nur viele Urlauberinnen und Urlauber auf dem Weg Richtung Süden, auch die Mauersegler sind bereits unterwegs. Die eleganten Vielflieger sind mit die ersten unter den Zugvögeln, die sich auf ihre rund 10.000 Kilometer lange Reise durch Afrika machen. Erst Anfang Mai kehren sie dann als letzte wieder in hiesige Breiten zurück. Hier bleiben ihnen nur drei Monate, um zu brüten und Nachwuchs aufzuziehen. „Lediglich in dieser Zeit, während der Brutphase und wenn sie ihren Nachwuchs füttern, haben Mauersegler festen Boden unter den Füßen“, berichtet Volker Weiß vom NABU Baden-Württemberg. „Alles andere wird im Flug erledigt, egal ob Nahrungssuche, Wasseraufnahme oder Paarung. Sogar schlafen können Mauersegler in luftigen Höhen.“

Häufig verwechselt man Mauersegler mit Schwalben. Beide sind elegante Flieger und haben eine gewisse Ähnlichkeit, sie sind jedoch nicht näher verwandt. „Ab jetzt dominieren die Schwalben den Himmel über unseren Städten und Dörfern“, sagt Weiß. „Die sitzen erst allmählich in den Startlöchern. In den kommenden Wochen sammeln sie sich, um ebenfalls die Reise Richtung Winterquartier anzutreten.“

Für Schwalben und Mauersegler gilt gleichermaßen: Als Gebäudebrüter sind sie auf die Gastfreundschaft des Menschen angewiesen. Gerade an modernen oder sanierten Gebäuden ist Wohnraum jedoch oft Mangelware. „Man kann aber gut Nistgelegenheiten schaffen und so mithelfen, die Bestände zu stabilisieren“, betont der NABU-Fachmann. Sind Nester vorhanden, stehen sie automatisch unter Schutz und es ist verboten, sie zu beschädigen oder zu zerstören. „Das gilt das ganze Jahr über. Denn die Nester werden immer wieder genutzt.“


Zugvögel – Hintergrund:
Nicht die Kälte, sondern der Nahrungsmangel in der kalten Jahreszeit sorgt dafür, dass die Insektenfresser ihre Brutreviere in Richtung Süden verlassen. Rund 80 der 250 in Deutschland brütenden Vogelarten machen es wie Mauersegler und Schwalbe: Als Langstreckenzieher legen sie zum Teil weit über 4.000 Kilometer zurück, wenn sie jedes Jahr zur gleichen Zeit unterwegs zu ihren Zielen in Afrika sind. Star, Hausrotschwanz, Kiebitz und knapp 40 weitere Arten sind Kurzstreckenzieher. Sie fliegen nur bis ins winterwarme Westeuropa oder in den Mittelmeerraum, machen sich später auf den Weg und richten sich dabei nach der Wetterlage.

Auf ihrer Reise orientieren sich die Vögel an Sonnenstand und Sternenhimmel, aber auch an markanten geographischen Leitlinien wie Flüssen, Meeresküsten oder Gebirgen. Insbesondere bei schlechtem Wetter weist ihnen ein eingebauter Magnetkompass den Weg. Auf ihrer Reise legen die Zugvögel nicht nur große Distanzen zurück, sie haben auch zahlreiche natürliche Hindernisse wie weite Wüstengebiete zu überwinden.


Dramatisches Insektensterben

 

Zahl von Wildbienen und Co geht immer weiter zurück

 

Eine Studie aus Nordrhein-Westfalen ist – unter Mitarbeit des NABU – zu dem Ergebnis gekommen, dass in den vergangenen 15 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist.

 

Wildbiene auf Jakobs-Greiskraut - Foto: Helge May

Wildbiene auf Jakobs-Greiskraut - Foto: Helge May

 

Ähnlich alarmierende Entwicklungen befürchten die Naturschützer in weiteren Regionen Deutschlands. Unser Landwirtschaftexperte Jochen Goedecke spricht im Interview über die Folgen.

Die Zahl der Insekten geht immer mehr zurück. Was sind die Gründe hierfür?
Insekten sind wie alle Lebewesen auf spezielle Lebensräume und auch Nahrung angewiesen. Beides finden sie in der Umwelt, einerseits in der Nähe der Menschen (Balkonpflanzen als Nahrungsquelle oder auch Dachstühle zum Überwintern) oder in der Kulturlandschaft. Mit der Bewirtschaftung der Landschaft entstand über die Jahrhunderte hinweg ein Mosaik an unterschiedlichsten Lebensräumen in der Natur. Aufgrund der zunehmenden Mechanisierung wurde es den Landwirten beispielsweise möglich, immer größere Flächen zu bewirtschaften, sodass viele Strukturen, die früher Äcker begrenzt haben, wie Hecken, Ackerrandstreifen, Raine, Steinriegel, wegfielen. Auch durch die „Optimierung“ der Landwirtschaft, z. B. mit Pflanzenschutzmittel sind viele Ackerwildkräuter, eigentlich eine uralte Ackerbegleitflora, verloren gegangen. Viele Effekte haben dazu geführt, dass die Vielfalt in der Agrarlandschaft und damit auch die Vielfalt an Angeboten von Lebensräumen und Nahrungsquellen verloren gegangen sind.

Ein weiterer Aspekt, den jeder Einzelne beobachten kann, ist die Tatsache, dass ab etwa Mitte Juni nur noch sehr wenige Blüten zu finden sind. Dies ist beispielsweise auch für die Imker mit ihren Bienenvölkern ein ernsthaftes Problem.

Was sind die Folgen, wenn es immer weniger Insekten gibt?
Eine große Anzahl unserer Kulturpflanzen, also die Basis unserer Ernährung (z. B. Tomaten, Äpfel, Sonnenblumen, Kaffee) wird von Insekten bestäubt, was letztlich erst die Ausbildung der Frucht und somit auch die Ernte ermöglicht. Fehlen die bestäubenden Insekten, fällt die Ernte geringer oder ganz aus. Die Insekten dienen zudem vielen anderen Tieren entlang der Nahrungskette als Nahrung. Gibt es weniger Insekten, geht auch die Population von Vögeln, unter anderem der Schwalben, zurück.

Der Verlust an Insekten für die landwirtschaftliche Produktion wurde in den verschiedensten Studien monetarisiert, der Bericht des Weltrates für Biodiversität beziffert den Wert der tierischen Bestäubungsleistung auf 235 bis 577 Milliarden Dollar weltweit.

Was kann die Politik dagegen tun?

Die Politik kann beispielsweise über Anreizsyteme die Landwirtinnen und Landwirte davon überzeugen, die Landwirtschaft insektenfreundlicher, beispielsweise anhand von Ackerrandstreifen, zu gestalten. Die in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eingeführten Ökologischen Vorrangflächen sind hier ein guter Weg. Sie erzeugen ein Mehr an Vielfalt in der Agrarlandschaft.

 

Aber auch Kommunen können einiges zu dem Thema beitragen, indem sie ihre kommunalen Flächen, vor allem Grünland, insektenfreundlicher anlegen. Häufig ist auch die Bewirtschaftung eines kurzgeschorenen „Englischen Rasens“ teurer, als das Anlegen einer Blumenwiese. Sehr viele Kommunen haben hier gute Erfahrungen gemacht. Außerdem können die Kommunen darauf hinwirken, im Sommer blühende Hecken anzupflanzen.

 

Was kann jeder tun?

Jeder einzelne von uns kann auf dem Balkon, dem Garten oder der Terrasse Blütenpflanzen aussäen, die auch noch im Juli oder August blühen. Es können Bienenhotels aufgestellt und insektenfreundliche Hecken gepflanzt werden.

 

Auch beim Einkauf kann jeder von uns darauf achten, ob Insekten in der Kulturlandschaft gefördert werden. Dies ist nicht immer einfach zu erkennen, aber es lohnt sich, beispielsweise beim örtlichen Bäcker nachzufragen, woher er sein Getreide bezieht und – wenn es regional ansässige landwirtschaftliche Betriebe sind – nach Maßnahmen, wie Ackerrandstreifen, zu fragen. Es gibt sehr schöne Beispiele wie Linzgau-Korn .

 

Welche Auswirkungen hat es auf die Imker?
Wenn im Juni / Juli spätestens die in der Agrarlandschaft vorkommenden Blüten verblüht sind, beginnt für die Bienen eine trachtarme Zeit, die Imker müssen hier sehr oft mit Zuckerlösungen zufüttern, damit die Honigbienen überleben.



 

NABU appelliert: Jungvögel nicht mitnehmen

 

 

Anrufe besorgter Jungvögel-Finder nehmen jetzt wieder zu

 

Tschilpen, Piepen und Rufen, wohin man hört: In Nistkästen, Hecken und Gebüschen ziehen derzeit unzählige Vögel ihre Jungen groß. Der NABU bittet, einsam und hilflos wirkende Jungvögel nicht aufzunehmen, sondern sie in der freien Natur zu belassen.

Bild: Markus Ehrlich - junge Dohle - NABU Ravensburg
Foto: Markus Ehrlich - eine junge Dohle sitzt auf dem Boden und wartet auf die Versorgung durch ihre Eltern.

Der NABU appelliert an die Bevölkerung, vermeintlich hilflose Vogelkinder in der freien Natur zu belassen und nicht mitzunehmen. „Für die kleinen Vögel ist es in der Regel am besten, an Ort und Stelle zu bleiben“, erklärt Martin Klatt, Vogelexperte beim NABU Baden-Württemberg. „Auch wenn es gut gemeint ist: oft tut man ihnen keinen Gefallen, wenn man sie mitnimmt. Denn meist handelt es sich nicht um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, sondern um gesunde Jungvögel, die nach wie vor von den Eltern versorgt werden.“

Viele Vogelarten verlassen ihr Nest bereits bevor sie fliegen können, erklärt Klatt. Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasane oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten, Greifvögel und Eulen. Im Siedlungsbereich finden sich am häufigsten die bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der Enge des Nestes entfliehen. Damit sie nicht verloren gehen, geben die Jungvögel fast unablässig sogenannte „Standortlaute“ von sich. Dieses Piepsen wird von Passanten oft fälschlicherweise als Hilferuf interpretiert.

Beim NABU häufen sich in diesen Wochen die Anrufe besorgter Tierfreundinnen und –freunde, die wissen wollen, wo sie gefundene Jungvögel abgeben können oder ihnen sonst helfen können. Häufige Anlaufstelle ist dann das NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen, das auch über eine Vogelpflegestation verfügt. „Die NABU-Kollegen in Mössingen werden jetzt allerdings überrannt mit gefundenen Jungvögeln, so dass für die wirklich ernsten Fälle kaum mehr Kapazität übrig bleibt“, erklärt Klatt. „Jungvögel gehören daher nicht in die Pflegestation, sondern in die freie Natur zu ihren Eltern.“

Dass die Jungen außerhalb ihres Nestes oftmals natürlichen Feinden zum Opfer fallen, sei ein natürlicher Vorgang, an den die Natur und die Vogelbestände angepasst sind. „Wer den Vögeln wirklich helfen möchte, sollte besser ihre Lebensräume schützen“, fordert Klatt. „Dazu kann jeder etwas beitragen, etwa den Garten naturnah gestalten, Hecken und heimische Sträucher anpflanzen und beim Einkaufen die ökologische – und auch vogelfreundliche – Landwirtschaft unterstützen.“


Dramatisches Insektensterben

 

Fressen und gefressen werden. Insekten sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette. Doch eine Studie ergab, dass ihre Zahl in den vergangenen 20 Jahren um 80 Prozent gesunken ist!

 

Sehen Sie hierzu den Bericht aus der Landesschau Baden-Württemberg vom 17.06.2016 um 18:45 Uhr

 

http://swrmediathek.de/player.htm?show=7474a990-3466-11e6-9076-0026b975f2e6


Feldsperling und Buntspecht bleiben im Aufwind

Endergebnis der Stunde der Gartenvögel 2016

Bei der diesjährigen Stunde der Gartenvögel haben 44.700 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus 29.600 Gärten und Parks 1,09 Millionen beobachtete Vögel gemeldet. Häufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise.

10. Juni 2016 - Die beiden Flugkünstler Mehlschwalbe und Mauersegler sind die Verlierer der „Stunde der Gartenvögel“. Mit Platz elf bei der Mehlschwalbe und Platz zwölf beim Mauersegler setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Seit Beginn der Laien-Vogelzählung vor zwölf Jahren gingen die Mehlschwalbenzahlen um 41 Prozent zurück, die des Mauerseglers sogar um 45 Prozent.

„Mauersegler und Mehlschwalbe sind typische Siedlungsvögel und brüten fast ausschließlich in Städten und Dörfern, so dass die Ergebnisse für den gesamten Bestand in Deutschland sprechen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Ein Grund für die schlechten Werte ist der Verlust von Brutplätzen an gedankenlos renovierten Häusern, zum Teil sogar mutwilliger und illegaler Zerstörung von Nestern.“

Auch der Rückgang der Fluginsektennahrung spielt eine wichtige Rolle. Der NABU beobachte allgemein einen starken Rückgang von Fluginsekten in den vergangenen 15 Jahren. „Schwalben und Segler ernähren sich vom Luftplankton, also von durch den Wind aus einem großen Einzugsgebiet in hohe Luftschichten verfrachteten und dort gleichmäßig verteilten Insekten“, so Lachmann. Für die gleiche Menge an Futter müssen sie nun fünfmal so weit fliegen. Sie können nicht wie andere insektenfressende Vögel gezielt Stellen aufsuchen, an denen noch genügend Insekten leben.

Die Insektenmengen nehmen vor allem wegen der intensive und flächendeckende Verwendung von Insektengiften in der Landwirtschaft ab, teilweise kommt Gift auch in Gärten und öffentlichem Grün zum Einsatz. Insbesondere eine neue Generation von Insektengiften, sogenannte Neonicotinoide, steht im Verdacht, den Rückgang beschleunigt zu haben, da deren zunehmende Verwendung mit dem zeitgleich beobachteten Zusammenbruch der Insektenbestände zusammenfällt. Der NABU fordert daher eine ökologische Agrarreform und weniger Gift in der Landschaft sowie einen Verzicht auf Gifte im Garten. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ engagiert er sich zudem für Nistmöglichkeiten. 


Bild: Ralph Martin - NABU Ravensburg
Foto: Ralph Martin - Eine der großen Verlierer bei der "Stunde der Gartenvögel 2016" mit einer Halbierung der Bestände in nur zehn Jahren: die Mehlschwalbe!

14. Mai 2016 – Das Glas ist wohl eher halbleer als halbvoll. Auch wenn die Rückgänge nach jetzigem Stand nur gering sind, verharren Schwalben und Mauersegler auf niedrigem Niveau. Eine Trendwende ist nach den jahrlangen kontinuierlichen Rückgängen nicht in Sicht. Das trifft besonders auf die Mehlschwalbe zu. 1,05 Schwalben je Stichprobe wären nur noch halb so viele wie vor einem Jahrzehnt. Gründe für den Rückgang liegen im Verlust von Brutplätzen an gedankenlos renovierten Häusern, zum Teil sogar mutwilliger und illegaler Zerstörung von Nestern, aber auch der Rückgang ihrer Fluginsektennahrung. Ein Faktor können auch Schwierigkeiten in der Abstimmung des Zuggeschehens durch unterschiedliche Auswirkungen des Klimawandels in Afrika und in Europa sein.

Hauptgewinner dieses Frühjahrs könnten Zaunkönig und Rotkehlchen werden. Deren bisher signifikant negative Trends wurden durch eine deutliche Zunahme gebrochen. Der vergangene sehr milde Winter wird hier sicherlich geholfen haben, den beide Arten bleiben im Winter bei uns, obwohl sie sich vor allem von Insekten ernähren. Die Winterwitterung hat daher einen großen Einfluss auf die Bestände.


Bodnegg heißt Schwalben und Mauersegler Willkommen

Bereits jetzt gibt es in Bodnegg keine Mehlschwalben mehr. Ohne Schutzmaßnahmen werden auch die Mauerseglerbestände immer weiter schrumpfen, da ist sich Markus Ehrlich vom Naturschutzbund (NABU) Ravensburg e. V. sicher. Während in Ravensburg dank intensiver Naturschutzbestrebungen die Bestände wieder wachsen, verschwinden diese Flugkünstler aus den umliegenden Ortschaften. Deshalb hat die Klasse 6b der Realschule Bodnegg zusammen mit dem NABU Ravensburg e. V. ein Mehlschwalben-projekt an ihrer Schule ins Leben gerufen.

 

Beide Vogelarten sind geschützt
Die Mehlschwalbe und der Mauersegler sind... >> Mehr

 

 


Bild: Frankfurter Allgemeine Zeitung - Wilde Gärten
Bild: Frankfurter Allgemeine Zeitung - Wilde Gärten

Wilde Gärten immer beliebter Von wegen spießig!

Der Deutsche liebt seinen Garten. Dem Klischee nach neigt er dabei zum makellosen Rasenteppich und akkurater Begrünung. Tatsächlich sind naturalistische Gärten, in denen auch Wildblumen und Gräser wuchern dürfen, zunehmend gefragt

 

http://www.faz.net/aktuell/stil/wilde-gaerten-immer-beliebter-von-wegen-spiessig-13775172.html#GEPC;s2

 

Quelle: FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung


Bild: Maximilain Dechant - Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge - NABU Ravensburg
Foto: Maximilian Dechant - Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge

Was brauchen Schmetterlinge zum Überleben?

 

Um Schmetterlinge in den Garten zu locken, braucht es nicht nur Nektarpflanzen, sondern auch Futterpflanzen für die Raupen.
Wir geben beides getrennt bei den Pflanzen an.

 

Neben Blättern für die Raupen und Nektar für die Schmetterlinge werden Überwinterungsplätze benötigt.
Ein unaufgeräumter Garten, wo Blätter auf den Beeten und auf der Wiese / Rasen liegen bleiben dürfen, ist der beste Schmetterlingsschutz.  

 

Dabei sind auch solche Pflanzen gekennzeichnet, die für unscheinbare Nachtfalter von Bedeutung sind.

 

Die besten Raupenfutterpflanzen wachsen von alleine in fast jedem Garten – wenn man sie lässt und jeder größerer Garten sollte ein wildes Eckchen haben, in dem die folgenden Pflanzen-Arten wachsen dürfen.

 

Hier geht es zur Homepage "www.garten-gehoelze.de"

 

http://www.garten-gehoelze.de/inhalt/stauden-und-gehoelze-fuer-schmetterlinge-und-raupenfutter-im-garten

 

 



Bild: NABU Ravensburg - # Wir sind was wir tun!
Foto: # 9 - Eine Neue Sprache lernen! NABU Ravensburg - die Naturschutzmacher

Liebe NABU Ravensburg-Freunde,

 

besuchen Sie unsere Vogelstimmenexkursionen, denn # Wir sind was wir tun!

 

Hier geht es zu unseren zahlreichen Führungen!

 

Kommen Sie mit!

 

Termine NABU Ravensburg 2016 >>


Vortrag: "Grün in der Stadt" - Blanka Rundel - Amt für Grünflächen und Ökologie

Immer mehr Menschen zieht es weg vom Land in die Stadt. Felder, Wälder und Gewässerlandschaften liegen somit nicht mehr im unmittelbaren Lebensumfeld! Verdichtete und immer enger bebaute Stadtflächen sowie der Anstieg von Verkehrsbelastungen und Feinstaub-Emmissionen stellen neue Herausforderungen für das Stadtklima dar. Naturnah gestaltete Flächen in Städten können somit als Ersatz dienen. Doch wie ist es um das Grün in unserer Stadt Ravensburg bestellt? Welche Maßnahmen werden unternommen um die Artenvielfalt von Fauna und Flora zu erhöhen und die Luftqualität in Zeiten von zunehmenden Feinstaubalarmen zu verbessern?

 

Am kommenden Donnerstag, den 06.04.2015 um 19:30 Uhr veranstaltet der NABU Ravensburg e.V. einen Fachvortrag zum Thema „Grün in unserer Stadt“. Als Referentin konnte der Naturschutzbund  Frau Blanka Rundel vom Amt für Grünflächen und Ökologie gewinnen. Treffpunkt ist das Nebenzimmer der Gaststätte Kiesgrube in der Schlierer Straße 31 in Ravensburg. In ihrem Vortrag referiert Frau Rundel von den Grünflächen-Planungen und den Maßnahmen der Stadt Ravensburg. Im Anschluss wird der Erste Vorsitzende des NABU Ravensburg, Herr Willi Mayer noch über Möglichkeiten berichten, wie jeder Einzelne von uns seinen Garten naturnah gestalten kann. Ein Pflichttermin für jeden Gartenfreund zur Steigerung der Artenvielfalt in unserer Stadt!

 


„Natur nah dran“

10 Kommunen wurden ausgewählt - Städte und Dörfer für mehr biologische Vielfalt

23. März 2016 – Für das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ des NABU und des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) sind seit dem heutigen Mittwoch die ausgewählten Kommunen für 2016 bekannt. Knapp 60 Bewerbungen waren eingegangen, aus denen die Jury – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Städtetages, des Gemeindetages, des MLR und des NABU – zehn Kommunen ausgewählt hat. Diese werden bei der naturnahen Umgestaltung von jeweils bis zu fünf Flächen unterstützt. „Wir sind begeistert von den vielen Bewerbungen und dem großen Interesse. Die Entscheidung war wirklich schwierig, da in allen Dörfern und Städten Potenzial für mehr biologische Vielfalt schlummert“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann. „Wir gratulieren den zehn Kommunen und freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung der Vorschläge.“

Bild: Georg Krause - Donzdorf - NABU Ravensburg
Foto: Georg Krause - Donzdorf - Artenreicher Blumensaum an einem Radweg acht Jahre nach der Ansaat!

„Ein grünes Band durch die Ortschaft, Blumenwiesen am Marktplatz und Grünflächen, bei deren Umgestaltung die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden – die ausgewählten Kommunen haben tolle Konzepte und zum Teil schon konkrete Vorschläge zur Umgestaltung eingereicht“, berichtet Carolin de Mattia, Projektmanagerin „Natur nah dran“ beim NABU Baden Württemberg. „Interessant für uns ist, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ihren Bewerbungsschreiben von ersten, mehr oder weniger gelungenen Versuchen beispielsweise mit Wildblumenwiesen berichten und sich explizit fachliche Hilfestellung wünschen. Deshalb setzen wir bei ‚Natur nah dran‘ auf Schulungen und Begleitung der Maßnahmen.“

Im Rahmen von „Natur nah dran“ werden sowohl große als auch kleine Kommunen gefördert, die über das ganze Land verteilt sind. Einige verfügen bereits über Erfahrung in der Gestaltung naturnaher Flächen, andere stehen dabei noch ganz am Anfang. Für 2016 wurden ausgewählt:

• Regierungsbezirk Freiburg: Denzlingen und Lörrach;
• Regierungsbezirk Karlsruhe: Bretten, Bühl und Hemsbach;
• Regierungsbezirk Stuttgart: Abtsgmünd, Ludwigsburg und Wendlingen am Neckar;
• Regierungsbezirk Tübingen: Ravensburg und Zwiefalten


Bild: Maximilian Dechant - NABU Ravensburg - Zitronenfalter
Foto: Maximilian Dechant- Zitronenfalter