Aktuelle Informationen vom NABU Ravensburg


Landeswettbewerb "Baden-Württemberg blüht"                                      NABU Ravensburg und Demeterhof  Rahlen unter den Preisträgern

Preisverleihung "BW blüht" | Jutta Nachtmann | Willi Mayer NABU Ravensburg | Biolandwirt Christof Schaaf | MDL Peter Haug |
Preisverleihung "BW blüht" | Jutta Nachtmann | Willi Mayer NABU Ravensburg | Biolandwirt Christof Schaaf | MDL Peter Haug |

Der Naturschutzbund Ravensburg hat in Kooperation mit dem Demeter-Betrieb der Familie Schaaf auf dem Rahlenhof einen Preis beim Landeswettbewerb "Baden-Württemberg blüht" in der Kategorie "Verband/Verein" gewonnen. Das gab der Minister für den Ländlichen Raum, Peter Hauk, anlässlich der Preisverleihung im Kloster Bebenhausen im Landkreis Tübingen bekannt.

Mehr als 130 Bewerbungen von Städten, Gemeinden, Kindergärten, Verbänden, Vereinen, Unternehmen und weiteren Akteuren für den Wettbewerb sind beim Ministerium im Jahr 2019 eingegangen. Die eingereichten Projekte gereichten über die Anlage von Blühflächen, biodiversitätsstärkende Maßnahmen in Schulen und Kindergärten, die Errichtung von Naturlehrpfaden, die Anlage und Pflege von Biotopen bis hin zur Erhaltung von Streuobstbeständen. Sie alle hatten den Erhalt der Biologischen Vielfalt im Land zum Ziel.

Ausgezeichnet wurden zehn Gewinner, die sich jeweils über ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro freuen konnten.

Bei der Auswahl der Gewinner hat die Jury insbesondere die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren, die Pflege und Unterhaltung bereits vorhandener Maßnahmen und Projekte, die Maßnahmen und Konzepte zur Stärkung  der biologischen Vielfalt, die Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sowie die fachliche Eignung der jeweiligen Projekte bewertet.

Projektvorstellung durch Christof Schaf und Willi Mayer
Projektvorstellung durch Christof Schaf und Willi Mayer
Kloster- und Schloßanlage Bebenhausen bei Tübingen | Foto Max Dechant |
Kloster- und Schloßanlage Bebenhausen bei Tübingen | Foto Max Dechant |

Aus dem Nest gefallene Jungvögel  nicht mit nach Hause nehmen!

Junger Kernbeiser | Foto Max Dechant
Junger Kernbeiser | Foto Max Dechant

Frühling kommt es immer mal vor, dass Jungvögel aus ihren Nestern fallen und sich mit lauten Rufen nach den Altvögeln auf sich aufmerksam machen. Dies erweckt oft bei uns Menschen Mitgefühl und einen Beschützerinstinkt. Dann passiert es schon einmal, dass aus diesem Missverständnis heraus ein Jungvogel mit nach Hause genommen wird. Dies ist nicht ratsam, zumal die Rufe eines Jungvogels den Vogeleltern anzeigen, wo er sich befindet, denn diese füttern ihn bis zur Flugfähigkeit weiter. 

Wenn ein Vogel nicht verletzt ist sollte man ihn in Ruhe lassen, es sei denn, er muss vor Katzen oder anderen Vogelräubern in Scherheit gebracht werden. Dann sollte man ihn in der Nähe des Fundortes auf einen Ast oder in einer Hecke absetzen. Ein Handaufzucht ist in den allermeisten Fällen nicht erfolgreich. Die Vogeleltern können das viel, viel besser und die Überlebenschance des Jungvogels ist dann eher gesichert.


Wir können nur abwarten.....
Wir können nur abwarten.....

ACHTUNG!

Anläßlich der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus und zum Schutz der Menschen und Vereinsmitglieder hat die NABU-Gruppe Ravensburg beschlossen, alle Veranstaltungen 31. August 2020 abzusagen. Die NABU-Gruppe Ravensburg tritt vorerst nicht mehr als Veranstalter oder Gastgeber auf.

 

Wir bitten um Ihr Verständnis und bleiben Sie gesund!

 

Herzlichst Ihr NABU-Ravensburg 

 

 

 

 


Neuer Gartenprospekt "Naturnah Gärtnern"



Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020

Foto Willi Mayer
Foto Willi Mayer

Jagdstopp für die Turteltauben! Seit 1980 haben wir in Deutschland fast 90% der Turteltauben verloren, auch durch eine Jagderlaubnis der EU für 10 Mitgliedstaaten. 2 Millionnen Tiere werden so pro Jahr legal geschossen.

Wir brauchen einen Jagdstopp in allen EU-Ländern. Die bereits stark gefährdete Turteltaube braucht jetzt unsere Hilfe. www.vogeldesjahres.de/pedition


Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

Foto: Manfred Delfo
Foto: Manfred Delfo

Typischer Agrarvogel im Sinkflug

 

Es kommt selten vor, dass wir einen Vogel zum zweiten Mal als Vogel des Jahres ausrufen. Die Feldlerche war es schon einmal, und zwar 1998. Schon damals warnten wir davor, dass der begabte Himmelsvogel in vielen Gebieten Deutschlands selten oder gar aussterben wird. Seither ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand  in Deutschland verschwunden.

 

Mit ihrem Gesang von der Morgendämmerung bis zum Abend läutet die Feldlerche alljährlich den Frühling ein. Doch der Himmel über den Feldern ist stummer geworden: Die Intensivierung der Landwirtschaft nimmt Feld- vögeln den Lebensraum. Die Feldlerche soll als Jahresvogel stellvertretend für sie und anklagend für die katastrophale Landwirtschaftspolitik in Berlin und Brüssel stehen.

 

 


Foto: Max Dechant
Foto: Max Dechant

Silvesterknallerei -                                                        Stress für Wildtiere und Vögel

Während die lauten Feuerwerkskörper uns Menschen zur Unterhaltung dienen, geht für Tiere schlichtweg die Welt unter. Weil ihr Gehör oft besser ist wie bei uns Menschen, wird der ohrenbetäubende Lärm, die hellen Blitze und die unbekannten Gerüche oft als lebensbedrohliche Situation wahrgenommen. Dies versetzt sie oft in Todesangst und Panik und kann so zu einer tödlichen Gefahr für sie werden.

 

Gerade im Winter müssen unsere heimischen Wildtiere und Vögel mit ihren Kräften haushalten, da sie nur begrenzte Energie- und Nahrungsreserven zur Verfügung haben. Ein hoher Energieverlust durch Störungen oder panisches Flüchten kann lebensbedrohliche Folgen haben. Für die Vögel wird der Himmel vor allem in Städten zum Inferno. Unter Schock flüchten die Tiere in für sie ungewöhnliche Höhen, was mit einem großen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und die hellen Leuchtraketen können zur Desorientierung  bei den Vögeln führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. Es dauert oft Tage oder sogar Wochen bis sich die Tiere von dem Schock erholt haben.

 

Wenn man bedenkt, dass in einer Silvesternacht in Deutschland genau so viel Feinstaub wie der Straßenverkehr in einem Jahr ausgestoßen wird, wäre es höchste Zeit daran zu denken, diese völlig sinnlose Tradition sofort einzustellen, denn sie schadet Menschen wie Tieren gleichermaßen. 

 

Ein Verzicht darauf würde uns Menschen , Tieren und unserer Umwelt mehr als gut bekommen.


Die Gräfin von Paris wächst beim Rahlenwald

Nachpflanzungen und Pflegeplan für Streuobstwiesen südlich der Weststadt

Ravensburg sz Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Erholungsraum für Ausflügler, Erfahrungsraum für Kinder: Die drei städtischen Streuobstwiesen rund um den Rahlenwald südlich der Ravensburger Weststadt haben vielfältige Funktionen. Seit Dezember füllen 60 junge Bäume die Lücken zwischen den mächtigen alten Hochstamm-Obstbäumen. Die Beteiligten der Pflanzaktion haben sich zu einem Blütenspaziergang getroffen.

 

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Bild: NABU Ravensburg - industrielle Landwirtschaft
Bild: NABU - machen Sie mit bei der NABU Online Befragung!

Die industrielle Landwirtschaft ist die größte Bedrohung für unsere heimische Natur. Sie vernichtet den Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. Und sie gefährdet durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Wir haben jetzt die einmalige Chance, die hierfür verantwortliche EU-Agrarpolitik zu ändern!

Noch bis zum 2. Mai 2017 sind alle EU-Bürger aufgerufen, online an einer Befragung zur EU-Agrarpolitik (GAP) teilzunehmen. Diese Chance, die GAP im Sinne von Mensch und Natur zu reformieren, müssen wir nutzen! Deshalb bieten wir ab sofort eine Möglichkeit, sich auf einfache Weise für einen Wandel der Agrarpolitik auszusprechen. Auf www.NABU.de/abstimmen geben Sie Ihr JA für eine bessere Landwirtschaft.


Meisenknödel selber herstellen - hier der Film von Julian


Die NABU Ravensburg Vogelsnack-Bar

Vogelfütterung im Winter - NABU Ravensburg
DIE NABU Übersicht mit wertvollen Tipps zur Winterlichen Vogelfütterung!

 

 

Eine artgerechte Winterfütterung hilft unseren heimischen Singvögeln und den Zugvögeln aus dem Norden,   den Winter besser zu überstehen.

 

 

 

 

Bei der Futterauswahl sollten Sie folgendes beachten:

 

 

 

Bitte nur  Futter vom Fachhandel verwenden (Details siehe Bild oder PDF)

 

 

Keinesfalls Speisereste oder salzhaltiges Fressen (z.B. Brotkrümel) füttern.

 

Gefrorenes Salz im Vogelmagen ist lebensgefährlich!

 

Spätestens, wenn der Boden gefroren ist, sollte man mit der Winterfütterung beginnen.

 

Vögel brauchen Zeit, eine neu eingerichtete Futterstelle zu entdecken. Daher sollte man bereits im Spätherbst mit dem Einrichten einer Futterstelle beginnen.

 

Sogenannte Futtersäulen oder Futtersilos sind meist deutlich hygienischer als die "klassischen“ Futterhäuschen. Bei den herkömmlichen Futterhäuschen befinden sich zahlreiche Vögel direkt auf dem Futter und bekoten dieses.

 

 

Im Gegensatz zu den bisherigen Futterhäuschen können die Vögel bei Futtersilos das Futter nicht mehr bekoten, so dass keine ansteckenden Krankheiten auf andere Vögel übertragen werden können.

 

 

Wer dennoch nicht auf ein herkömmliches Futterhäuschen verzichten möchte, sollte dieses möglichst täglich auskehren und dabei Kotreste und bekotetes Futter entfernen.

 

 

 

Futterauswahl:

 

Unsere zahlreichen Singvogelarten haben verschiedene Bedürfnisse bei der Futterauswahl.

So können beispielsweise Weichfresser mit harten Körnern nicht viel anfangen und umgekehrt.

 

Damit möglichst viele Vogelarten versorgt werden können, sollte eine gute Futterstelle folgendes Futterangebot umfassen:

 

Meisenknödel, Erdnussstangen, Futtermischungen mit Haferflocken, Sonnenblumenkörner,feine Sämereien (z.B. Hanf). Auch gehackte Walnüsse und gehackte Haselnüsse werden sehr gerne gefressen! Auch Rosine sind eine ideale Ergänzung. Äpfel werden von Amseln sehr gerne gefressen. Auch hier gilt weniger ist mehr und lieber zweimal am Tag nachfüttern, den gefrorene Äpfel sind für die Vögel nicht genießbar.

 

 

Wichtig:  Gefettetes Futter (z.B. gefettete Haferflocken) sind für Vögel besonders wichtig, weil dies ein wichtiger Energielieferant im Winter darstellt.

 

 

Gefettete Haferflocken frieren deutlich weniger als ungefettete.

 

Foto: Frank Derer - "Keine Würmer, dann werde ich Vegetarier!" - sagt sich der Amselhahn und macht sich über die Äpfel her.
Foto: Frank Derer - "Keine Würmer, dann werde ich Vegetarier!" - sagt sich der Amselhahn und macht sich über die Äpfel her.

Viele Vögel steigen um auf vegetarische Ernährung

Alle Vögel, die auch im Winter nicht auf Insekten, insbesondere fliegende Insekten als Hauptnahrung verzichten können, sind längst im Süden. Andere Arten, die ihre Jungen mit Insekten füttern, darunter alle Meisenarten und die meisten Finken, stellen für den Winter auf vegetarische Nahrung um. Vor allem die Samen von Bäumen sind dann ihre wichtigsten Nahrungsquellen.

So ernährt sich der Buchfink, wie sein Name bereits sagt, vor allem von Bucheckern – genauso wie sein naher Verwandter, der Bergfink aus dem Norden. Der Erlenzeisig bevorzugt Erlensamen, der Birkenzeisig Birkensamen – die Namen deuten bereits darauf hin. Selbiges gilt für den Fichtenkreuzschnabel, der das ganze Jahr über die Samen der Fichte aus den entsprechenden Zapfen klaubt. Auch der Eichelhäher bevorzugt die namensgebenden Früchte der Eiche. Der Kernbeißer dagegen lässt sich besonders häufig die Samen der Hainbuche schmecken, eher seltener – und nur im Sommer – diejenigen der Kirsche, wie man meinen könnte, da er oft Kirschkernbeißer genannt wird. Die verschiedenen Baumsamen sind für unsere Meisenarten die wichtigste Nahrung. Ihre Brutbestände im Folgejahr hängen hauptsächlich von der Intensität der winterlichen Samenmast in den Wäldern ab. Können die Samen direkt von den Bäumen gepflückt werden, sind diese Nahrungsquellen wetterunabhängig. Müssen sie jedochvom Boden aufgenommen werden, wie zum Beispiel Bucheckern, machen dicke Schneedecken und Eis das Angebot schnell unzugänglich.

Neben Bäumen tragen auch viele Wildkräuter noch im Winter Samen, die die Vögel nutzen können. Stieglitze lieben dabei besonders die Samenstände der distelartigen Wilden Karde, wo diese Pflanze auf ungenutzten Ruderalflächen oder Brachen wachsen kann. Kleinere Wildkräuter werden von hohem Schnee schnell verdeckt.


Auch einige Insektenfresser werden im Winter fündig

Die an der Futterstelle als „Weichfutterfresser“ bezeichneten Vögel, sind meist Arten, die normalerweise von Insekten und Würmern am Boden leben, oft Drosselvögel wie die Amsel oder das Rotkehlchen. Wann immer möglich suchen sie im Winter nach überwinternden Insekten am Boden und ergänzen ihre Nahrung gerne durch übriggebliebene Beeren und Äpfel. Sie sind meist Teilzieher; viele von ihnen ziehen im Winter in den Süden, auch wenn einige Artgenossen bei uns bleiben. Zu ihnen gesellt sich in manchen Jahren der Seidenschwanz aus dem hohen Norden. Er hält sich bei uns meist an Mistelbeeren oder Vogelbeeren als Winternahrung.

Angebot wird geringer im Verlauf des Winters

All diesen natürlichen Winternahrungsquellen ist eines gemein: Das Angebot schwindet im Verlauf des Winters. Die härteste Zeit ist der Spätwinter, wenn die meisten Samen und Früchte verbraucht sind und oft besonders hoher Schnee liegt. Entsprechend kann man dann, im Februar und Anfang März besonders viele Vögel an den Futterstellen beobachten. Auffällig ist dies bei den Erlenzeisigen: Hatten sie bisher kein Interesse an den Futterstellen gezeigt, fallen die kleinen gelben Vögel am Ende des Winters in Scharen ein. Die Erlen- und Birkensamen sind dann nicht mehr verfügbar. Um ihr Überleben zu sichern, verwandeln sich bei hartem Winterwetter selbst scheinbar harmlose Kohlmeisen in seltenen Fällen zu richtigen Räubern: Sie picken dann toten Mäusen oder anderen wehrlosen Opfern das phosphatreiche Gehirn heraus. In einem Fall wurde sogar dokumentiert, dass eine Kohlmeise einen kleineren Birkenzeisig dafür gezielt angegriffen hat.

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Übersicht NABU Tipps zur Winterfütterung
Liebe NABU-Ravensburg Freunde,

hier eine sehr schöne Übersicht mit Tipps und Tricks, was man bei der WIntervogelfütterung beachten sollte, und welcher Vogel welches Futter am liebsten verspeist!
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Bild: Mike Lane - fotolia - Stunde der Wintervögel 2017 - NABU Ravensburg
Foto: Mike Lane - fotolia / Die Stunde der Wintervögel 2017 startet am 06.01.2017!

Seit 2011 sind jedes Jahr am ersten Januar-Wochenende alle Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. 

Ziel der Aktion ist es, neben dem unvergesslichen Naturerlebnis für Jung und Alt, auch Häufigkeiten und Trends von Populationen der Vogelarten zu ermitteln.

 

Hier geht es zum Meldeformular: =>


Die Falter sind von Mai bis Oktober zu beobachten. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken.


Bild: B. Lungwitz - NABU Landesvertreterversammlung Stuttgart 2016 - Markt der Möglichkeiten - Uwe Prietzel, Olaf Tschimpke und Maximilian Dechant
Foto: B. Lungwitz - #4 - ein Haus bauen ... v-lks.n.r: Geschäftsführer NABU Baden-Württemberg Uwe Prietzel - Präsident NABU Deutschland Olaf Tschimpke - Nistkastendesigner und NABU Ravensburg Vorstand f. Öffentlichkeitsarbeit Maximilian Dechant

Der NABU Ravensburg stellt auf der Landesvertreterversammlung (LVV) des NABU Baden-Württemberg 2016 aus!

Mit der Kampagne - # Wir sind was wir tun -  #3 Ein Haus bauen setzt der NABU Ravensburg ein Zeichen im Rahmen der Sonder-Ausstellung "Markt der Möglichkeiten". Uwe Prietzel - Geschäftsführer des NABU-Baden-Württemberg (links) aktivierte den Präsidenten des NABU Deutschland Olaf Tschimpke (mitte) zum "Hausbau". Der NABU Ravensburg Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit Maximilian Dechant überreichte den von ihm entwickelten Bausatz der Singvogelnisthilfe "Villa Obertor", und bastelte diesen zusammen mit Olaf Tschimke in wenigen Minuten zusammen. Die Besonderheit ist, dass das Obertor in Ravensburg seit vielen Jahren die Heimat von zahlreichen Nisthilfen ist (u.a. Dohle, Turmfalke und Waldkauz) und somit als Vorlage ist für diese neue Singvogel-Nisthilfe diente. Diese neue Behausung wird hoffentlich bald einer Vogelfamilie in Berlin ein neues Zuhause schenken. Wohnraum Made im "Schwabenländle"! - den wir sind was wir tun!

 

Wer noch ein Geschenk sucht, der kann die neue Nisthilfe schnell und einfach hier bestellen! >>


Natur & Landschaft

Landwirtschaft Aktuelles NABU-Studie zur Agrarpolitik – warum?

Was ist die Kernaussage der NABU-Studie – was muss sich ändern, damit die Landwirtschaft nachhaltig und zukunftsfähig wird?

Wie Landwirtinnen und Landwirte arbeiten, hat großen Einfluss auf die Artenvielfalt, den Boden, das Grundwasser, die produzierten Lebensmittel, die Tiergesundheit und Vieles mehr. All diesen „Nebenwirkungen“ muss endlich mehr Gewicht gegeben werden. Die Förderung der Landwirtschaft, die aus Steuergeldern finanziert wird, muss sich an den Leistungen für die Gesellschaft orientieren. Sonst werden Steuerzahlerinnen und Steuerzahler doppelt zur Kasse gebeten: einmal für die eigentliche Agrarförderung und dann nochmal, um die Schäden in der Umwelt zu reparieren. Erst wenn die EU die Agrarförderung so reformiert, dass sie keine Schäden, sondern Positives bewirkt, wird die gesamte Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung steuern. Viele erfolgreiche Vermarktungsinitiativen zeigen bereits heute, dass das geht. Nachhaltiges und ganzheitliches Wirtschaften ist auch in der Landwirtschaft möglich!

Bild: Helge May - Silomaisernte - NABU Ravensburg
Foto: Helge May - Silomaisernte

Das vom NABU vorgeschlagene Modell gleicht einer Revolution der Agrarförderung. Was steckt dahinter?

Die derzeitige Agrarförderung basiert auf zwei unterschiedlichen Säulen: erstens Direktzahlungen an die Landwirte und zweitens Fördergelder für Maßnahmen zur Entwicklung der Ländlichen Räume. Diese Maßnahmen der zweiten Säule umfassen zum Beispiel die nach der Landschaftspflegerichtlinie und dem Förderprogramm FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl). Die Direktzahlungen der ersten Säule erhält fast jeder Landwirt, weil nur sehr geringe Anforderungen daran geknüpft sind. Diese verbergen sich hinter den Begriffen Cross Compliance und Greening. Die Direktzahlungen werden von Landwirten oftmals als die Fördergelder angesehen, die ihnen „zustehen“ – klar, denn bislang gibt es sie fast ohne Auflagen. Wir empfehlen, die Fördergelder der ersten und zweiten Säule zusammenzunehmen und damit diejenigen Flächenbewirtschafter zu unterstützen, die klar definierte Anforderungen der Gesellschaft erfüllen, etwa beim Boden-, Natur- und Grundwasserschutz. Dabei ist das betriebswirtschaftlich durchgerechnete NABU-Modell nicht teurer als die bisherige Agrarförderung, die Steuergelder werden nur anders verteilt. Das Modell ist somit eine strukturelle Revolution – und eine echte Revolution für die Umwelt.

Was meint der NABU, wenn er die derzeitige Förderung nach dem „Gießkannenprinzip“ kritisiert?

Die Anforderungen, auf denen die Direktzahlungen der ersten Säule basieren, entstammen zum größten Teil der guten landwirtschaftlichen Praxis und – bereits verpflichtenden – gesetzlichen Regelungen. Sie müssen also größtenteils sowieso eingehalten werden. Und vom Greening sind viele Betriebe ausgenommen. Deshalb sprechen wir bei den Direktzahlungen vom „Gießkannenprinzip“. Denn es fehlt eindeutig die Erfüllung gesellschaftlicher Forderungen. Auswirkungen auf Wasser oder Klima – im Prinzip auf die gesamte Umwelt – werden kaum berücksichtigt. Zudem ist das bisherige System sehr teuer und ineffizient: Zum Beispiel haben die sogenannten „Ökologischen Vorrangflächen“ (ÖVF) leider oft nur einen sehr geringen ökologischen Nutzen – und das bei immensen Kosten: Der Landwirt eines 100 Hektar-Ackerbaubetriebes erhält für fünf Hektar ÖVF 1.740 Euro Förderung pro Hektar. Mit diesem Geld lässt sich mit einem überarbeiteten Förderprogramm weitaus mehr für die Umwelt erreichen.

Bild: Ch. Buchen NABU / Weizenfeld / NABU Ravenmsburg
Foto: Ch. Buchen NABU / Weizenfeld

Welche Folgen hat die derzeitige Agrarförderung für jede und jeden Einzelne/-n von uns?

Trotz Greening und Ökologischen Vorrangflächen ist die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft stark zurückgegangen. Hier muss mehr passieren ¬– das können wir überall in der Landschaft sehen. Zudem erhalten aktuell beispielsweise auch tierhaltende Großbetriebe Fördergelder, die sehr große Mengen stickstoffhaltiger Dünger ausbringen – mit negativen Einflüssen für unser Grund- und Trinkwasser. Hinzu kommt: Es gibt zu wenige Regularien zum Einsatz von Pestiziden. So ist es zum Beispiel auf Ökologischen Vorrangflächen erlaubt, giftige Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Warum beschäftigt sich der NABU jetzt damit - die aktuelle Förderperiode läuft ja noch bis 2020?

Die Erfahrung zeigt, dass es ein aufwändiger und langwieriger Prozess ist, bis die Richtlinien für die Agrarpolitik stehen. Nicht nur der NABU macht sich bereits jetzt Gedanken dazu, auch andere Verbände und die Politik im Land, im Bund und in der EU beschäftigen sich schon intensiv damit, wie die Agrarpolitik ab 2021 aussehen kann. Uns ist es wichtig, zu einem frühen Zeitpunkt mit einem fundierten Konzept und konstruktiven Vorschlägen in die Diskussion zu gehen.

Erläuterungen:

 

Cross Compliance:
Landwirtinnen und Landwirte, die Direktzahlungen aus der ersten Säule und Fördergelder einiger Programme aus der zweiten Säule (z. B. Landschaftspflegerichtlinie) erhalten, müssen vorgeschriebene Standards einhalten. Die Einhaltung wird kontrolliert. Verstöße dagegen werden mit Sanktionen geahndet.
Der Begriff „Cross Compliance“ umfasst diese einzuhaltenden Vorschriften, diese sind:

  • „sieben Standards zur Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand und

  • 13 Regelungen zu den Grundanforderungen an die Betriebsführung, diese Fachrechts-Regelungen bestehen auch unabhängig von Cross Compliance“

(Zitat aus der Broschüre „Erläuterungen und Ausfüllhinweise zum Gemeinsamen Antrag 2016“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, MLR)
Es werden somit Auflagen für den Erhalt der Direktzahlungen formuliert, die Landwirte/Landwirtinnen aufgrund geltenden Rechts bereits einhalten müssen.


Greening bzw. Greening-Prämie:
Bei der letzten Agrarreform wurde ein Teil der bisherigen Direktzahlungen an zusätzliche Bedingungen geknüpft, seit 2014 (Umsetzung 2015) ist ein Drittel der Direktzahlungen als „Greening-Prämie“ definiert. Wenn sie Direktzahlungen beantragen, müssen viele Landwirtinnen/Landwirte diese Anforderungen einhalten (Ökolandbaubetriebe sind ausgenommen). Wie bei den Cross Compliance-Regelungen werden diese Auflagen kontrolliert und die Nichteinhaltung führt zu Sanktionen.
Die Greening-Auflagen umfassen:

  • die Vorgabe, dass Ackerbaubetriebe ab 10 Hektar Acker verschiedene Kulturpflanzen anbauen müssen („Anbaudiversifizierung“)

 

  • ein Verbot (mit nur sehr wenigen Ausnahmen) der Umwandlung von Grünland in eine andere Nutzung,

 

  • die Vorgabe, dass landwirtschaftliche Betriebe über 15 Hektar Ackerfläche fünf Prozent davon als „Ökologische Vorrangflächen“ (ÖVF) definieren müssen.



Ökologische Vorrangflächen (ÖVF):
Als „Ökologische Vorrangflächen“ (ÖVF) gelten: Brache (Stilllegung), Zwischenfrüchte, Untersaat mit Gras, Leguminosenanbau, Puffer- bzw. Randstreifen an Waldrändern und Fließgewässern, Kurzumtriebsplantagen, Aufforstungen und Landschaftselemente.
ÖVF sind eine von drei Bedingungen für die Greening-Prämie, die wiederum automatisch mit beantragt wird, wenn Landwirtinne/Landwirte Direktzahlungen der ersten Säule beantragen. Welche Einzelmaßnahmen sie umsetzen, ist den Bewirtschaftenden überlassen.
Ausgenommen sind Ackerbaubetriebe mit weniger als 15 Hektar Ackerfläche, Ökolandbaubetriebe, Betriebe mit Sonder- bzw. Dauerkulturen und Grünlandbetriebe.


Koordination im Vogelschwarm

 Vögel stoßen nie zusammen

 

Sie beobachten gerne Vögel und fragen sich, warum sie niemals zusammenstoßen? Weder im Schwarm beim Richtungswechsel noch, wenn sich zwei Vögel entgegenfliegen? Der NABU-Vogelexperte Dr. Stefan Bosch erklärt, wie es funktioniert.

Bild: Christoph Kasulke - Starenschwarm - NABU Ravensburg
Foto: Christoph Kasulke - Der Herbst ist da! Ein Starenschwarm beim Zug in den Süden ...

Viele Vogelarten wie Stare oder Watvögel fliegen in großen, dichten, tausende von Individuen umfassenden Schwärmen, die mitunter beeindruckend synchronisierte Flugmanöver zeigen. Die Schwarmbildung dient neben der Sammlung für den Vogelzug, die Nahrungssuche oder das gemeinsame Aufsuchen eines Schlafplatzes vor allem der Sicherheit, um etwa auf einen Angriff eines Beutegreifers (Wanderfalke, Sperber, Habicht) schnell und effektiv zu reagieren. Der Schwarm erfordert eine präzise Organisation um sich wie ein „Organismus“ zu bewegen. Auch wenn die Flugkoordination im Schwarm noch lange nicht vollständig verstanden ist, scheint es einige Prinzipien zu geben. Einen dauerhaft gleichen Anführer des Schwarmes, der die anderen kommandiert, gibt es nicht. Stattdessen werden häufig die Flugpositionen im Schwarm gewechselt.

Jedes Schwarmmitglied kann ein Flugmanöver initiieren, das dann wie eine Welle den gesamten Schwarm erfasst und durchläuft. Um unentschlossenes Verhalten gerade bei einer Greifvogelattacke zu vermeiden, folgen die Vögel eher Flugbewegungen, die zur Schwarmmitte gerichtet sind. Reaktionen bei solchen Flugmanövern breiten sich sehr schnell aus. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Nachbar zu Nachbar läuft in rund 15 Millisekunden und ist damit dreimal so schnell, wie wenn jeder Vogel individuell auf eine Flugänderung seines Nachbarn reagieren würde. Durch konzentriertes Beobachten von entfernteren Schwarmmitgliedern können Vögel beginnende Richtungsänderungen oder Flugmanöver erahnen, etwa so, wie Fußballfans eine das gesamte Stadion durchlaufende Aloa-Welle erkennen und deren Verlauf koordinieren.

Fazit:
Es sind also mehrere Faktoren, die zum unfallfreien Fliegen im dichten Schwarm beitragen: Angeborene, in der Evolution entwickelte Verhaltensweisen, Konzentration und Beobachtung anderer Schwarmmitglieder und sehr schnelle Reaktionszeiten bei Flugmanövern.

Text: Dr. Stefan Bosch


Der Start des Vogelzugs

 

 

Mauersegler unterwegs nach Süden

 

 

Der Mauersegler leitet den Vogelzug ein. Der hiesige Sommergast ist einer der ersten Zuvögel, der Mitteleuropa in Richtung wärmere Gefilde verlässt.

 

Mauerseglerschwarm - Foto: Keta <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de target=_blank>(CC BY-SA 3.0) </a>

Mauerseglerschwarm - Foto: Keta (CC BY-SA 3.0)

04. August 2016 Derzeit sind nicht nur viele Urlauberinnen und Urlauber auf dem Weg Richtung Süden, auch die Mauersegler sind bereits unterwegs. Die eleganten Vielflieger sind mit die ersten unter den Zugvögeln, die sich auf ihre rund 10.000 Kilometer lange Reise durch Afrika machen. Erst Anfang Mai kehren sie dann als letzte wieder in hiesige Breiten zurück. Hier bleiben ihnen nur drei Monate, um zu brüten und Nachwuchs aufzuziehen. „Lediglich in dieser Zeit, während der Brutphase und wenn sie ihren Nachwuchs füttern, haben Mauersegler festen Boden unter den Füßen“, berichtet Volker Weiß vom NABU Baden-Württemberg. „Alles andere wird im Flug erledigt, egal ob Nahrungssuche, Wasseraufnahme oder Paarung. Sogar schlafen können Mauersegler in luftigen Höhen.“

Häufig verwechselt man Mauersegler mit Schwalben. Beide sind elegante Flieger und haben eine gewisse Ähnlichkeit, sie sind jedoch nicht näher verwandt. „Ab jetzt dominieren die Schwalben den Himmel über unseren Städten und Dörfern“, sagt Weiß. „Die sitzen erst allmählich in den Startlöchern. In den kommenden Wochen sammeln sie sich, um ebenfalls die Reise Richtung Winterquartier anzutreten.“

Für Schwalben und Mauersegler gilt gleichermaßen: Als Gebäudebrüter sind sie auf die Gastfreundschaft des Menschen angewiesen. Gerade an modernen oder sanierten Gebäuden ist Wohnraum jedoch oft Mangelware. „Man kann aber gut Nistgelegenheiten schaffen und so mithelfen, die Bestände zu stabilisieren“, betont der NABU-Fachmann. Sind Nester vorhanden, stehen sie automatisch unter Schutz und es ist verboten, sie zu beschädigen oder zu zerstören. „Das gilt das ganze Jahr über. Denn die Nester werden immer wieder genutzt.“


Zugvögel – Hintergrund:
Nicht die Kälte, sondern der Nahrungsmangel in der kalten Jahreszeit sorgt dafür, dass die Insektenfresser ihre Brutreviere in Richtung Süden verlassen. Rund 80 der 250 in Deutschland brütenden Vogelarten machen es wie Mauersegler und Schwalbe: Als Langstreckenzieher legen sie zum Teil weit über 4.000 Kilometer zurück, wenn sie jedes Jahr zur gleichen Zeit unterwegs zu ihren Zielen in Afrika sind. Star, Hausrotschwanz, Kiebitz und knapp 40 weitere Arten sind Kurzstreckenzieher. Sie fliegen nur bis ins winterwarme Westeuropa oder in den Mittelmeerraum, machen sich später auf den Weg und richten sich dabei nach der Wetterlage.

Auf ihrer Reise orientieren sich die Vögel an Sonnenstand und Sternenhimmel, aber auch an markanten geographischen Leitlinien wie Flüssen, Meeresküsten oder Gebirgen. Insbesondere bei schlechtem Wetter weist ihnen ein eingebauter Magnetkompass den Weg. Auf ihrer Reise legen die Zugvögel nicht nur große Distanzen zurück, sie haben auch zahlreiche natürliche Hindernisse wie weite Wüstengebiete zu überwinden.


Dramatisches Insektensterben

 

Zahl von Wildbienen und Co geht immer weiter zurück

 

Eine Studie aus Nordrhein-Westfalen ist – unter Mitarbeit des NABU – zu dem Ergebnis gekommen, dass in den vergangenen 15 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist.

 

Wildbiene auf Jakobs-Greiskraut - Foto: Helge May

Wildbiene auf Jakobs-Greiskraut - Foto: Helge May

 

Ähnlich alarmierende Entwicklungen befürchten die Naturschützer in weiteren Regionen Deutschlands. Unser Landwirtschaftexperte Jochen Goedecke spricht im Interview über die Folgen.

Die Zahl der Insekten geht immer mehr zurück. Was sind die Gründe hierfür?
Insekten sind wie alle Lebewesen auf spezielle Lebensräume und auch Nahrung angewiesen. Beides finden sie in der Umwelt, einerseits in der Nähe der Menschen (Balkonpflanzen als Nahrungsquelle oder auch Dachstühle zum Überwintern) oder in der Kulturlandschaft. Mit der Bewirtschaftung der Landschaft entstand über die Jahrhunderte hinweg ein Mosaik an unterschiedlichsten Lebensräumen in der Natur. Aufgrund der zunehmenden Mechanisierung wurde es den Landwirten beispielsweise möglich, immer größere Flächen zu bewirtschaften, sodass viele Strukturen, die früher Äcker begrenzt haben, wie Hecken, Ackerrandstreifen, Raine, Steinriegel, wegfielen. Auch durch die „Optimierung“ der Landwirtschaft, z. B. mit Pflanzenschutzmittel sind viele Ackerwildkräuter, eigentlich eine uralte Ackerbegleitflora, verloren gegangen. Viele Effekte haben dazu geführt, dass die Vielfalt in der Agrarlandschaft und damit auch die Vielfalt an Angeboten von Lebensräumen und Nahrungsquellen verloren gegangen sind.

Ein weiterer Aspekt, den jeder Einzelne beobachten kann, ist die Tatsache, dass ab etwa Mitte Juni nur noch sehr wenige Blüten zu finden sind. Dies ist beispielsweise auch für die Imker mit ihren Bienenvölkern ein ernsthaftes Problem.

Was sind die Folgen, wenn es immer weniger Insekten gibt?
Eine große Anzahl unserer Kulturpflanzen, also die Basis unserer Ernährung (z. B. Tomaten, Äpfel, Sonnenblumen, Kaffee) wird von Insekten bestäubt, was letztlich erst die Ausbildung der Frucht und somit auch die Ernte ermöglicht. Fehlen die bestäubenden Insekten, fällt die Ernte geringer oder ganz aus. Die Insekten dienen zudem vielen anderen Tieren entlang der Nahrungskette als Nahrung. Gibt es weniger Insekten, geht auch die Population von Vögeln, unter anderem der Schwalben, zurück.

Der Verlust an Insekten für die landwirtschaftliche Produktion wurde in den verschiedensten Studien monetarisiert, der Bericht des Weltrates für Biodiversität beziffert den Wert der tierischen Bestäubungsleistung auf 235 bis 577 Milliarden Dollar weltweit.

Was kann die Politik dagegen tun?

Die Politik kann beispielsweise über Anreizsyteme die Landwirtinnen und Landwirte davon überzeugen, die Landwirtschaft insektenfreundlicher, beispielsweise anhand von Ackerrandstreifen, zu gestalten. Die in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eingeführten Ökologischen Vorrangflächen sind hier ein guter Weg. Sie erzeugen ein Mehr an Vielfalt in der Agrarlandschaft.

 

Aber auch Kommunen können einiges zu dem Thema beitragen, indem sie ihre kommunalen Flächen, vor allem Grünland, insektenfreundlicher anlegen. Häufig ist auch die Bewirtschaftung eines kurzgeschorenen „Englischen Rasens“ teurer, als das Anlegen einer Blumenwiese. Sehr viele Kommunen haben hier gute Erfahrungen gemacht. Außerdem können die Kommunen darauf hinwirken, im Sommer blühende Hecken anzupflanzen.

 

Was kann jeder tun?

Jeder einzelne von uns kann auf dem Balkon, dem Garten oder der Terrasse Blütenpflanzen aussäen, die auch noch im Juli oder August blühen. Es können Bienenhotels aufgestellt und insektenfreundliche Hecken gepflanzt werden.

 

Auch beim Einkauf kann jeder von uns darauf achten, ob Insekten in der Kulturlandschaft gefördert werden. Dies ist nicht immer einfach zu erkennen, aber es lohnt sich, beispielsweise beim örtlichen Bäcker nachzufragen, woher er sein Getreide bezieht und – wenn es regional ansässige landwirtschaftliche Betriebe sind – nach Maßnahmen, wie Ackerrandstreifen, zu fragen. Es gibt sehr schöne Beispiele wie Linzgau-Korn .

 

Welche Auswirkungen hat es auf die Imker?
Wenn im Juni / Juli spätestens die in der Agrarlandschaft vorkommenden Blüten verblüht sind, beginnt für die Bienen eine trachtarme Zeit, die Imker müssen hier sehr oft mit Zuckerlösungen zufüttern, damit die Honigbienen überleben.


Dramatisches Insektensterben

 

Fressen und gefressen werden. Insekten sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette. Doch eine Studie ergab, dass ihre Zahl in den vergangenen 20 Jahren um 80 Prozent gesunken ist!

 

Sehen Sie hierzu den Bericht aus der Landesschau Baden-Württemberg vom 17.06.2016 um 18:45 Uhr

 

http://swrmediathek.de/player.htm?show=7474a990-3466-11e6-9076-0026b975f2e6


Endergebnis der Stunde der Gartenvögel 2016

Auch der Rückgang der Fluginsektennahrung spielt eine wichtige Rolle. Der NABU beobachte allgemein einen starken Rückgang von Fluginsekten in den vergangenen 15 Jahren. „Schwalben und Segler ernähren sich vom Luftplankton, also von durch den Wind aus einem großen Einzugsgebiet in hohe Luftschichten verfrachteten und dort gleichmäßig verteilten Insekten“, so Lachmann. Für die gleiche Menge an Futter müssen sie nun fünfmal so weit fliegen. Sie können nicht wie andere insektenfressende Vögel gezielt Stellen aufsuchen, an denen noch genügend Insekten leben.

Die Insektenmengen nehmen vor allem wegen der intensive und flächendeckende Verwendung von Insektengiften in der Landwirtschaft ab, teilweise kommt Gift auch in Gärten und öffentlichem Grün zum Einsatz. Insbesondere eine neue Generation von Insektengiften, sogenannte Neonicotinoide, steht im Verdacht, den Rückgang beschleunigt zu haben, da deren zunehmende Verwendung mit dem zeitgleich beobachteten Zusammenbruch der Insektenbestände zusammenfällt. Der NABU fordert daher eine ökologische Agrarreform und weniger Gift in der Landschaft sowie einen Verzicht auf Gifte im Garten. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ engagiert er sich zudem für Nistmöglichkeiten. 


14. Mai 2016 – Das Glas ist wohl eher halbleer als halbvoll. Auch wenn die Rückgänge nach jetzigem Stand nur gering sind, verharren Schwalben und Mauersegler auf niedrigem Niveau. Eine Trendwende ist nach den jahrlangen kontinuierlichen Rückgängen nicht in Sicht. Das trifft besonders auf die Mehlschwalbe zu. 1,05 Schwalben je Stichprobe wären nur noch halb so viele wie vor einem Jahrzehnt. Gründe für den Rückgang liegen im Verlust von Brutplätzen an gedankenlos renovierten Häusern, zum Teil sogar mutwilliger und illegaler Zerstörung von Nestern, aber auch der Rückgang ihrer Fluginsektennahrung. Ein Faktor können auch Schwierigkeiten in der Abstimmung des Zuggeschehens durch unterschiedliche Auswirkungen des Klimawandels in Afrika und in Europa sein.

Hauptgewinner dieses Frühjahrs könnten Zaunkönig und Rotkehlchen werden. Deren bisher signifikant negative Trends wurden durch eine deutliche Zunahme gebrochen. Der vergangene sehr milde Winter wird hier sicherlich geholfen haben, den beide Arten bleiben im Winter bei uns, obwohl sie sich vor allem von Insekten ernähren. Die Winterwitterung hat daher einen großen Einfluss auf die Bestände.


Bodnegg heißt Schwalben und Mauersegler Willkommen

Bereits jetzt gibt es in Bodnegg keine Mehlschwalben mehr. Ohne Schutzmaßnahmen werden auch die Mauerseglerbestände immer weiter schrumpfen, da ist sich Markus Ehrlich vom Naturschutzbund (NABU) Ravensburg e. V. sicher. Während in Ravensburg dank intensiver Naturschutzbestrebungen die Bestände wieder wachsen, verschwinden diese Flugkünstler aus den umliegenden Ortschaften. Deshalb hat die Klasse 6b der Realschule Bodnegg zusammen mit dem NABU Ravensburg e. V. ein Mehlschwalben-projekt an ihrer Schule ins Leben gerufen.

 

Beide Vogelarten sind geschützt
Die Mehlschwalbe und der Mauersegler sind... >> Mehr

 

 


Bild: Frankfurter Allgemeine Zeitung - Wilde Gärten
Bild: Frankfurter Allgemeine Zeitung - Wilde Gärten

Wilde Gärten immer beliebter Von wegen spießig!

Der Deutsche liebt seinen Garten. Dem Klischee nach neigt er dabei zum makellosen Rasenteppich und akkurater Begrünung. Tatsächlich sind naturalistische Gärten, in denen auch Wildblumen und Gräser wuchern dürfen, zunehmend gefragt

 

http://www.faz.net/aktuell/stil/wilde-gaerten-immer-beliebter-von-wegen-spiessig-13775172.html#GEPC;s2

 

Quelle: FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung


Bild: Maximilain Dechant - Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge - NABU Ravensburg
Foto: Maximilian Dechant - Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge

Was brauchen Schmetterlinge zum Überleben?

 

Um Schmetterlinge in den Garten zu locken, braucht es nicht nur Nektarpflanzen, sondern auch Futterpflanzen für die Raupen.
Wir geben beides getrennt bei den Pflanzen an.

 

Neben Blättern für die Raupen und Nektar für die Schmetterlinge werden Überwinterungsplätze benötigt.
Ein unaufgeräumter Garten, wo Blätter auf den Beeten und auf der Wiese / Rasen liegen bleiben dürfen, ist der beste Schmetterlingsschutz.  

 

Dabei sind auch solche Pflanzen gekennzeichnet, die für unscheinbare Nachtfalter von Bedeutung sind.

 

Die besten Raupenfutterpflanzen wachsen von alleine in fast jedem Garten – wenn man sie lässt und jeder größerer Garten sollte ein wildes Eckchen haben, in dem die folgenden Pflanzen-Arten wachsen dürfen.

 

Hier geht es zur Homepage "www.garten-gehoelze.de"

 

http://www.garten-gehoelze.de/inhalt/stauden-und-gehoelze-fuer-schmetterlinge-und-raupenfutter-im-garten

 

 


„Natur nah dran“

10 Kommunen wurden ausgewählt - Städte und Dörfer für mehr biologische Vielfalt

23. März 2016 – Für das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ des NABU und des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) sind seit dem heutigen Mittwoch die ausgewählten Kommunen für 2016 bekannt. Knapp 60 Bewerbungen waren eingegangen, aus denen die Jury – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Städtetages, des Gemeindetages, des MLR und des NABU – zehn Kommunen ausgewählt hat. Diese werden bei der naturnahen Umgestaltung von jeweils bis zu fünf Flächen unterstützt. „Wir sind begeistert von den vielen Bewerbungen und dem großen Interesse. Die Entscheidung war wirklich schwierig, da in allen Dörfern und Städten Potenzial für mehr biologische Vielfalt schlummert“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann. „Wir gratulieren den zehn Kommunen und freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung der Vorschläge.“

Bild: Georg Krause - Donzdorf - NABU Ravensburg
Foto: Georg Krause - Donzdorf - Artenreicher Blumensaum an einem Radweg acht Jahre nach der Ansaat!

„Ein grünes Band durch die Ortschaft, Blumenwiesen am Marktplatz und Grünflächen, bei deren Umgestaltung die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden – die ausgewählten Kommunen haben tolle Konzepte und zum Teil schon konkrete Vorschläge zur Umgestaltung eingereicht“, berichtet Carolin de Mattia, Projektmanagerin „Natur nah dran“ beim NABU Baden Württemberg. „Interessant für uns ist, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ihren Bewerbungsschreiben von ersten, mehr oder weniger gelungenen Versuchen beispielsweise mit Wildblumenwiesen berichten und sich explizit fachliche Hilfestellung wünschen. Deshalb setzen wir bei ‚Natur nah dran‘ auf Schulungen und Begleitung der Maßnahmen.“

Im Rahmen von „Natur nah dran“ werden sowohl große als auch kleine Kommunen gefördert, die über das ganze Land verteilt sind. Einige verfügen bereits über Erfahrung in der Gestaltung naturnaher Flächen, andere stehen dabei noch ganz am Anfang. Für 2016 wurden ausgewählt:

• Regierungsbezirk Freiburg: Denzlingen und Lörrach;
• Regierungsbezirk Karlsruhe: Bretten, Bühl und Hemsbach;
• Regierungsbezirk Stuttgart: Abtsgmünd, Ludwigsburg und Wendlingen am Neckar;
• Regierungsbezirk Tübingen: Ravensburg und Zwiefalten